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30 April 2009

Goldmann Sachs Conspiracy - illuminati dynasty

Die Goldman-Verschwörung

Rainer Sommer 28.04.2009

Die ehemalige Investmentbank Goldman Sachs, so wird gemunkelt, hat die Finanzkrise für das eigene Interesse gesteuert

Die Verschwörungstheorie findet neuerdings auch schon in den Mainstream-Medien einigen Widerhall: Das Wall Street Finanzhaus Goldman Sachs habe in den USA die Macht an sich gerissen und bestimme die Politik zu eigenen Gunsten. Die Finanzkrise und die öffentlichen Rettungsaktionen fördern vor allem die Interessen der ehemaligen Investmentbank. Neben maximalem Profit liegen diese darin, unliebsame Konkurrenten aus dem Weg zu räumen und das US-amerikanische und in der Folge auch das globale Finanzsystem unter eigener Führung zu konsolidieren.

In den USA gibt es eine starke Tradition, von einzelnen Exponenten der Hochfinanz dominiert zu werden. Bezeugt wird dies unter anderem von Franklin Delano Roosevelt, der 1933 anmerkte, dass "ein finanzielles Element in den großen Zentren die Regierung mindestens seit den Tagen von Andrew Jackson" beherrsche. 1936 bezifferte Joseph Kennedy, JFKs Vater, die Zahl derer, die über das Schicksal der USA entscheiden, mit weniger als 50, während Automagnat Henry Ford verlauten ließ, wie gut es sei, dass die breite Masse keine Ahnung vom Finanzsystem habe, da andernfalls noch vor dem nächsten Morgen eine Revolution ausbrechen würde. Das Ziel des Finanzsystems sei, so Ford, "die Welt durch unbezahlbare Schulden zu kontrollieren." Zwanzig Jahre später ließ Felix Frankfurter, Richter am Supreme Court, offen verlauten, dass "die wahren Machthaber in Washington unsichtbar sind und hinter den Kulissen agieren".

Berichte über derartige Machtstrukturen galten, während diese noch wirkten, zwar zumeist als Verschwörungstheorien, inzwischen ist unter Fachhistorikern aber kaum noch umstritten, dass etwa das "House of Morgan", die Gruppe um den Finanzier JP. Morgan, die Außen- und die Finanzpolitik der USA von der Jahrhundertwende bis 1933 maßgeblich beherrscht hat, stärker jedenfalls als jeder Präsident. Erst durch den Amtsantritt Roosevelts wurde Morgan von einer Gruppe um den Ölmagnaten und Banker John Rockefeller aus dieser extremen Machtposition verdrängt.


Eine fast so große Tradition hat in den USA auch die öffentliche Demontage derartiger Machthaber, die dann in der Regel durch andere Strippenzieher ersetzt werden. So war das damals allzu übermächtige Rockefeller Imperium mehr als 30 Jahre . angeblich auf Veranlassung Morgans - zuvor von der US-Regierung zerschlagen worden, die zu jener Zeit übrigens von Teddy Roosevelt geführt wurde.

Bevor es zu einer derartigen Demontage kommen kann, muss freilich zuerst der geheime Machthaber identifiziert werden, und es besteht wenig Zweifel daran, dass es sich dabei derzeit nur um Goldman Sachs und dessen Freunde handeln kann. Immerhin beginnen selbst die eher absurden Aktionen der amerikanischen Geld- und Wirtschaftspolitik Sinn zu machen, wenn man deren Sinn in der Förderung der Interessen von Goldman Sachs zu suchen beginnt.

Macht am Markt und an den politischen Schalthebeln

Und da eine solche konspirative Machtübernahme grundsätzlich durch das Platzieren von mit dem Machtzentrum verbundenem Personal in wichtigen politischen Positionen erfolgt, ist Goldman Sachs ohnehin der logische Kandidat. So kam Bushs Finanzminister Hank Paulson ebenso wie Clintons Finanzminister Robert Rubin aus dem Board von Goldman Sachs; Obamas Finanzminister Timothy Geithner konnte sich ebenso zeitlebens der Unterstützung von Goldman sicher sein, während in der EZB der Italiener Mario Dragi, der Chef der Italienischen Notenbank, Goldmans Interessen vertritt, und auch der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, war einst Direktor bei Goldman, die zudem zu den wichtigsten Spendern von Obama zählt. Weiter war John Thain, der aktuelle CEO von Merrill Lynch, einst Goldmans Co-President, ebenso Wachovia-Chef Robert Steel oder Ed Liddy, der neue CEO von AIG. Nicht zu vergessen Neel Kashkari, der im zarten Alter von 35 Jahren den 700 Milliarden Dollar schweren TARP-Fonds managt, der faule Wertpapiere aufkaufen soll, und ebenfalls schon einmal als Vizepräsident bei Goldman Sachs fungiert hatte.

Seitens Goldman Sachs werden derartige Unterstellungen als schlichtweg absurd bezeichnet, vielmehr sei es für Goldman sogar eine Belastung, dass so viele ihrer Mitarbeiter in Regierungsfunktionen wirken. Denn diese müssten eher gegen Goldman agieren, damit ihnen nicht eine Bevorzugung Goldmans vorgeworfen werde.

An Marktmacht ist Goldman, die vor 140 Jahren von einem aus Deutschland ausgewanderten Juden gegründet wurde, derzeit jedenfalls kaum zu überbieten. So entfällt an der New Yorker Börse rund ein Drittel der Umsätze im Programmhandel auf Goldman. Im Derivativgeschäft ist sie mit einem offenen Kontraktvolumen von 30,2 Billionen Dollar hinter JP Morgan (87 Billionen), Bank of America (38 Billionen) und Citi Group (31,8 Billionen) in den USA die Nummer vier, hat aber kaum ein Zehntel der Bilanzsumme dieser großen Geschäftsbanken. Dieser bislang unregulierte und äußerst undurchsichtige Markt, an dessen Entwicklung Goldman maßgeblich beteiligt war, gilt auch als logischer Hebel für die Goldman unterstellten Markt-Manipulationen.

Unterstellt wird Goldman gemeinhin nicht weniger, als dass es zuerst die Deregulierungen durchgesetzt habe und danach diverse Derivativ-Märkte entwickelt und bis zum Ende ausgereizt habe. Den absehbaren Zusammenbruch vor Augen habe sich Goldman dann für den Crash positioniert und aktiv dessen Timing gemanagt. Am Ende waren wesentliche Konkurrenten ruiniert, stark geschwächt oder mit Goldman verbündet und das beste Personal der Finanzmärkte bei Goldman gelandet, die nun mehr oder weniger autonom über Finanzmärkte und Regierungspolitik verfügen könne. Das stößt natürlich nicht überall auf Zustimmung, so existiert z.B. eine Website, die ausschließlich Goldman-kritische Informationen bringt und von Goldman wegen Verletzung der Markenrechte angeklagt werden soll.

Eine Liste der Goldman-Verschwörungen

Zuletzt hat das "Portfolio Magazin" eine Liste mit sieben Beispielen für eine Goldman-Verschwörungen zusammengestellt, die die angeblichen Hintergründe einiger Finanzmarkt-Ereignisse des letzten Jahres erhellen sollen.
1 Bear Stearns: Demnach hätten Goldmans Londoner Trader die Bear Sterns Aktie bewusst crashen lassen, um sich von der Konkurrenz lukrative Kunden zu holen und außerdem Rache dafür zu üben, dass sich Bear Sterns 1998 als einzige große Investmentbank nicht an der Rettung des Hedge Fonds LTCM beteiligt hatte.
2 Verkauf von Merrill Lynch: Am selben Wochenende, als Lehman Brothers von der Regierung in die Pleite geschickt wurde, verkaufte sich die von Ex-Goldman Co-Chairman John Thain geführte Merrill Lynch an Bank of America. Thain war ein regelmäßiger Berater von Geithner, der zusammen mit Paulson BoA zu dieser Übernahme gedrängt hätte, um Thains und Goldmans Reputation nicht durch eine Pleite Merrills zu beschädigen. Laut einer Zeugenaussage von Bank of America CEO Kenneth Lewis hätten ihn Paulson und Ben Bernanke, der Chef der Federal Reserve Bank, massiv unter Druck gesetzt, diesen Deal zu machen und zudem die Verluste von Merrill zu verschweigen. Das dürfte ein glatter Gesetzesbruch gewesen sein, was nun der New York Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo untersuchen will, wie er in einem letzte Woche bekannt gewordenen Schreiben an die SEC und an mehrere Senatoren angekündigt hat.
3 Die Rettung von AIG: Der einzige Wall Street CEO, der bei der Sitzung zugegen war, als das 85 Mrd. USD Darlehen an AIG (inzwischen 123 Mrd. $) beschlossen wurde, war Goldmans Lloyd Blankfein. In der Folge installierte Paulson Goldmans früheren Vice Chairman Ed Liddy als neuen AIG CEO. Wäre AIG gestrauchelt, hätte das Goldman über darauf geschriebene Kredit-Ausfallversicherungen rund 20 Mrd. USD kosten können, was dann wohl auch Paulsons 700 Mio. Dollarvermögen schwer in Mitleidenschaft gezogen hätte. Anderseits hatte ein Downgrade durch die Ratingagentur Moody's AIG erst insolvent gemacht, wobei Verschwörungstheoretiker wissen wollen, dass Goldman sich das Timing des Zusammenbruchs habe aussuchen können. Denn an Moody's ist wiederum der Multimilliardär Warren Buffet zu 20 Prozent beteiligt, der erst im Sommer mit fünf Milliarden Dollar bei Goldman eingestiegen war. Nach der Finanzsite SeekingAlpha wären zudem fünf Milliarden von Goldmans TARP-Geldern indirekt an Buffett gegangen.
4 Das Banken-Rettungspaket: Bevor die Regierung Lehman hatte sterben lassen, hatte die Bank vergeblich versucht, sechs Mrd. Dollar an Eigenkapital aufzubringen. Nur wenige Wochen später stellte die Regierung den Banken 250 Mrd. USD an Eigenkapital zur Verfügung, was ohne Lehman-Pleite vielleicht nicht notwendig geworden wäre. Darunter waren auch zehn Milliarden für Goldman, obwohl diese nur vergleichsweise geringfügige Abschreibungen verzeichnet hatte, dadurch aber ihre Vorteile gegenüber der Konkurrenz bewahren konnte. Lehman sei einer der stärksten Konkurrenten gewesen, der mit Hilfe der Regierung aus dem Weg geräumt worden sei.
5 Bank Holding Companies: Den ganzen Sommer über hatte Lehman CEO Dick Fuld versucht, die Investmentbank in eine Bank Holding umzuwandeln, um Zugang zu Fed-Finanzierungen und zu staatlichen bzw. von der FDIC, der staatlichen Einlagensicherung, garantierten Depositen zu erhalten. Die Fed hatte abgelehnt. Im September war ein Ansuchen Goldmans (und auch von Morgan Stanley) hingegen innerhalb weniger Tage angenommen und realisiert worden. Inzwischen hat Goldman 29 Mrd. USD an von der FDIC garantierte, niedrig verzinsten Bonds emittiert, Goldman hätte zuletzt vermutlich keinen Gewinn ausweisen können, hätte sie die 29 Mrd. USD zu privatwirtschaftlichen Bedingungen refinanzieren müssen..
6 Verbot des Short-Selling: Am 19. September hatte die US-Börsenaufsicht SEC ein Verbot von Leerverkäufen von 799 Finanztiteln verhängt. Während Bear Sterns und Lehmann von Leerverkäufen in den Abgrund getrieben worden waren, hatte die SEC gelassen zugesehen. Aber kaum war Goldmanns eigener Aktienkurs unter derartigen Druck geraten und in drei Tagen um 20 Prozent abgerutscht, wurde das Verbot von SEC-Chef Cristopher Cox, ausgesprochen. Dieser übrigens ein ehemaliger Goldman-Angestellter.
7 Die Rettung der Citigroup: Nachdem die Citigrop Aktie innerhalb einer Woche um 60 Prozent abgestürzt war, hatte die Regierung zusätzlich zu den schon zuvor geflossenen 25 Mrd. im November 20 Mrd. USD in die Firma investiert und alle Verluste übernommen, die über 29 Mrd. USD liegen sollten. Damit seien Paulson und Geithner ihrem alten Freund und Goldman-Mann Robert Rubin zu Hilfe geeilt, der als Goldmans Trojanisches Pferd im Citigroup Board das Sagen hatte.

Wer will, könnte noch weitere Eigentümlichkeiten anmerken. Bereits mehr als ein Jahr, bevor Finanzminister Paulson dem Kongress erzählte, er habe die Katastrophe nicht kommen sehen, hatte der Goldman-Vorstand (übrigens vorbei an den eigenen Tradern) massive Short-Positionen auf den ABX (subprime) Index eingegangen und Milliarden damit verdient. Im Juli 2008, am Höhepunkt des Rohstoffbooms hatten Goldmans Trader die Bonitätsanforderungen an ihre Handelspartner massiv angehoben und viele dadurch aus dem Markt geworfen, was für den Kurseinbruch an den Rohstoffmärkten stärker verantwortlich gewesen sein soll, als der sich damals abzeichnende Einbruch der weltweiten Konjunktur, wie einige Händler meinen. Während Goldmans Trader Rohöl längst leer verkauften, veröffentlichten Goldmans Analysten übrigens Prognosen, die den Ölpreis bei 200 Dollar sahen.

Alles in allem hat Goldman die Krise offenbar so gut überstanden, dass sie die Regierung nun dazu drängt, die erhaltenen staatlichen Gelder vorzeitig zurückzahlen zu dürfen, die sich offiziell aber noch ziert. Denn mit den TARP-Geldern sind Gehaltslimits und weitere Beschränkungen verbunden, die das Goldman-Management gerne loswerden würde. Gelingt dies . Voraussetzung sind laut Geithner ein positiver Stresstest und eine ausreichende Stabilität des Finanzsystems insgesamt -, würden die besten Mitarbeiter ihrer weiterhin Boni-beschränkten Konkurrenten wohl rasch bei Goldman Schlange stehen, um ihre fetten Prämien zu kassieren. Für das Vorjahr hatten laut Wall Street Journal immerhin 953 Goldman-Mitarbeiter mehr als eine Million Dollar an Bonus kassiert, also jeder 30. Angestellte.

www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30202/1.html

23 April 2009

SZ GLADIO Artikel - Estonia Plutonium des CIA - red mercury

Guerilla von Staats wegen.

ist die verharmlosende Schlagzeile. Die SZ wagt nicht die echte Schlagzeile:

Massenmorde an eigener Bevölkerung durch Geheimdienste.

Von Jonathan Stock

Es war ein Geheimnis vieler Nato-Länder: Untergrundarmeen sollten bei einem Einmarsch der Sowjetunion den Guerilla-Kampf aufnehmen. Die Spuren gehen zurück bis in die fünfziger Jahre - die Nato mauert noch heute.

Andreotti; dpa

Der italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti vor Gericht wegen Mordverdachts und Kontakten zur Mafia. Im Zuge der Verhandlungen enthüllt er die Existenz einer italienischen Geheimarmee. (Foto: dpa)

Deutschland im September 1952, Kanzler Adenauer treibt mit voller Kraft die Westintegration der jungen Bundesrepublik voran, eines seiner großen Ziele: die Aufnahme Deutschlands in die Nato. In diese Zeit platzt die unglaubliche Aussage eines ehemaligen SS-Offiziers. Eine Aussage, deren Folgen einen transatlantischen Skandal auslösen werden. Hans Otto erklärt der hessischen Kriminalpolizei, er gehöre "einer politischen Widerstandsgruppe an, deren Aufgabe es war, im Fall eines russischen Vormarsches Sabotageakte durchzuführen und Brücken zu sprengen".

Die politische Widerstandsgruppe ist der von Rechtsextremen dominierte "Bund Deutscher Jugend“, kurz BDJ. Otto sagt aus: "Etwa 100 Mitglieder der Organisation wurden politisch geschult, und in der Bedienung von amerikanischen, russischen und deutschen Waffen und in der Anwendung militärischer Taktik unterwiesen. Die Mitglieder dieser Organisation waren hauptsächlich ehemalige Offiziere der Luftwaffe, des Heeres oder der Waffen-SS."

http://www.ecorav.it/arci/approfondimenti/scheda7/GolpeBorghese.jpg

Otto erzählt der Polizei, dass ein amerikanischer Geheimdienstmitarbeiter für das Geld und den größten Teil der Ausbildung und Ausrüstung sorgte. Die Männer seien in der Nähe von Wald-Michelbach, einer Gemeinde im hessischen Odenwald, unterrichtet worden, hätten ein Haus mit einer unterirdischen Schießanlage und einem Bunker ganz in der Nähe.

Otto selbst zeigte sich mit zunehmender Tätigkeit unwillig über die unterrichteten Methoden: "Er lehrte uns beispielsweise, wie man jemanden tötet, ohne eine Spur zu hinterlassen, wenn man ihn einfach mit Chloroform bewusstlos macht, ihn in sein Auto setzt und einen Schlauch benutzt, um die Abgase des Autos ins Wageninnere zu leiten. Er lehrte uns auch gewisse Vernehmungstechniken, wie man Gewalt anwenden kann, ohne Spuren zu hinterlassen.“ Es klingt wie die Aussage eines Spinners.

Aus einer Aussage wird ein Skandal

Doch vier Tage später, am 13. September 1952, stürmt die Polizei die Zentrale des BDJ im Odenwald. Sie verhaftet Mitglieder, konfisziert Waffen, Munition und Sprengstoff, ebenso jede Menge Akten. Eines der aufgefundenen Papiere überrascht die Ermittlungsbeamten besonders: "Diese Liste enthielt die Namen der Personen, die eliminiert werden sollten. Die Liste war nicht vollständig, weil daran immer noch gearbeitet wurde.“ Auf der Liste stehen die Namen vieler bekannter deutscher Kommunisten, die im Fall einer Invasion ermordet werden sollten - aber auch Namen gemäßigter Sozialdemokraten, wie der von Heinrich Zinnkann, damals Innenminister Hessens.

Der Vorfall sorgt in politischen Kreisen für einen Skandal. Eine geheime Organisation als Basis illegaler Tätigkeiten, außerhalb jeder legislativen Kontrolle und unter dem Einfluss amerikanischer Geheimdienste?

Der Journalist Leo Müller berichtet, dass, nachdem die Liste gefunden wurde, "die Überraschung so groß war, dass die meisten mit Unglauben reagierten". Bundeskanzler Konrad Adenauer behauptet, von der ganzen Affäre nichts gewusst zu haben, während Walter Donelly, der amerikanische Hochkommissar in Deutschland, erklärt, dass das Netzwerk ohnehin genau in diesem Monat aufgelöst werden soll. Schon am 30. September urteilt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, dass alle verhafteten Mitglieder der Gruppe freizulassen sind.

Hessens Ministerpräsident Georg August Zinn reagiert verärgert: "Die einzige juristische Erklärung für diese Haftentlassung kann sein, dass die Leute in Karlsruhe einer amerikanischen Anweisung folgten.“ Er beschließt, die Öffentlichkeit zu informieren. Am 8. Oktober 1952 tritt er nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Adenauer vor das hessische Parlament: "Am 9. September 1952 erfuhr eine Außenstelle des hessischen Verfassungsschutzamtes von einer geheimen Organisation, die 1950/1951 von den Anführern des BDJ unter der Bezeichnung TD, 'Technischer Dienst', gegründet wurde.“

Nach einer Erläuterung ihrer Arbeitsweise fügt er hinzu: "Am 1. Oktober ordnete der Oberbundesanwalt die Freilassung der Verdächtigen an, da die Organisation auf Anordnung der amerikanischen Geheimdienste geschaffen wurde.“

Ein Aufschrei geht durch den Landtag, die New York Times schreibt von deutsch-amerikanischen Krisensitzungen, der Spiegel berichtet: "Die BDJ-Affäre hat in den verschiedenen Hauptquartieren des amerikanischen Geheimdienstes große Unruhe ausgelöst. Der 'Technische Dienst' in Deutschland ist eine Abteilung eines umfassenden Partisanennetzwerks, das von den Vereinigten Staaten unterstützt wird und sich über ganz Europa verteilt.“

Sabotage hinter feindlichen Linien

Zum ersten Mal erfährt die Öffentlichkeit etwas von einem deutschen sogenannten Stay-behind-Netzwerk. "Stay behind“ - der englische Begriff für "zurückbleiben" war die Taktik einer britischen Spezialeinheit, die im Zweiten Weltkrieg mit Fallschirmen hinter den feindlichen Linien absprang und Sabotageakte verübte. Nach der Niederlage Deutschlands im Jahr 1945 fürchten sich die USA und Westeuropa vor einer sowjetischen Invasion und bauen ähnliche Gruppen auf. An Antikommunisten und Erfahrung mit Waffen mangelt es kurz nach dem Krieg nicht. Doch nach der Auflösung des BDJ geraten die Netzwerke aus dem Blick der Öffentlichkeit - fast vierzig Jahre lang.


"Der Aufbau der Stay-behind-Organisationen der Nato-Staaten begann schon kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs“, bestätigt ein offizieller Bericht der deutschen Regierung im Dezember 1990: "Die Einheiten der von den allierten Geheimdiensten auf deutschem Territorium bis 1955 aufgebauten Nachrichtenbeschaffungs- und Schleusungsorganisation wurden 1956 vom BND übernommen.“ In dem Bericht heißt es auch, dass die Organisation nicht, wie versprochen 1952 aufgelöst wurde. 104 Personen arbeiteten noch mit dem BND zusammen.

Allerdings wolle der Geheimdienst - nach Vereinbarungen mit den Verbündeten - die Organisation bis zum April 1991 auflösen. Der Kalte Krieg ist vorbei, die Geheimarmeen werden nicht mehr gebraucht.

http://www.takeoverworld.info/images/massacre_a_bologna.jpg

Als Andreotti auspackte

Dem Bericht vorausgegangen waren Enthüllungen des italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti im Oktober 1990. Um sich von Mordverdacht und Mafiatätigkeiten freizukaufen, enthüllt Andreotti die Existenz einer italienischen Stay-behind-Organisation namens "Gladio“, der lateinische Ausdruck für das römische Kurzschwert - auch ein Symbol des faschistischen Italiens unter Benito Mussolini. Die Gruppe bestehe aus Antikommunisten, unterhalte geheime Waffenlager und solle einen Untergrundkrieg im Falle einer sowjetischen Besatzung führen.

Andreotti verweist auch auf eine übergeordnete Befehlsstruktur der Nato - diesen Hinweis tilgt er aber wenig später aus dem Dossier. Das erste Mal seit den fünfziger Jahren erfährt man wieder etwas von einer Stay-behind-Organisation. Doch nicht nur Italien, auch die meisten anderen westeuropäischen Staaten räumen daraufhin zögerlich ein, dass ihre Länder geheime Armeen für den Fall der Fälle unterhalten würden.

Einen Monat später diskutiert das Europäische Parlament den "Gladio"-Skandal. Im Amtsblatt C 324/201 heißt es: "In der Erwägung, daß diese Organisation sich seit mehr als vierzig Jahren jeglicher demokratischer Kontrolle entziehen konnte, und daß sie von den Geheimdiensten der betreffenden Staaten in Zusammenarbeit mit der Nato geleitet wurde“, verurteilt das Europäische Parlament "die Einrichtung von geheimen Organisationen zwecks Einflußnahme und Durchführung von Aktionen" und fordert eine volle Aufklärung. Aber nur Belgien, die Schweiz und Italien richten parlamentarische Untersuchungskommissionen ein und veröffentlichen ihre Berichte.


» Es kann nicht hingenommen werden, dass Steuergelder dafür verwendet werden, Bürger zu töten. «

Der Schweizer Historiker Daniele Ganser über die "Stay-behind"-Truppen

Erst 18 Jahre später publiziert der Schweizer Historiker Daniele Ganser eine umfangreiche Studie über die Arbeit der Stay-behind-Organisationen. In elf Nato-Staaten und in den neutralen Ländern Schweden, Schweiz, Österreich und Finnland seien die "Stay-behind"-Organisationen tätig gewesen, heißt es dort.

Außerdem hätten die Gruppen auch in einigen Ländern massiv innenpolitisch interveniert - zumindest in Belgien, Griechenland, der Türkei, Frankreich und Italien, etwa beim Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof von Bologna 1980.

Ganser sieht in den geheimen paramilitärischen Stay-behind-Truppen der Nato zweierlei: Sie waren einerseits kluge Vorsichtsmaßnahme, aber auch Quelle des Missbrauchs und Terrors. "Es kann nicht hingenommen werden, dass Steuergelder dafür verwendet werden, Bürger zu töten", sagt er im Gespräch mit sueddeutsche.de.

Die Fakten zeigten, dass die Legislative "nicht in der Lage war, die Geheimarmeen wirksam zu kontrollieren. So etwas ist zwar aus totalitären Staaten bekannt - aber für Demokratien ist es zumindest überraschend", so Ganser weiter.

Eine umfassende Aufklärung scheitere aber daran, dass die Nato Protokolle und Aufzeichnungen über Stay-behind-Netzwerke bis heute nicht zugänglich mache.

Das Militärbündnis nahm offiziell im November 1990 zu den Vorwürfen Stellung, als ein Sprecher bestätigte, dass "die Nato niemals einen Guerillakrieg oder Geheimaktionen in Betracht gezogen hat. Sie hat sich immer mit den militärischen eigenen Angelegenheiten und der Verteidigung der allierten Grenzen“ beschäftigt. Einen Tag später erklärte ein anderer Sprecher, dass die Nato niemals zu geheimen militärischen Angelegenheiten Stellung nehme, und deshalb der Bericht vom Vortag falsch sei. Dies war die einzige und letzte Stellungnahme - bis heute. Also bleiben auch fast zwanzig Jahre nach Ende des Kalten Krieges die Stay-behind-Organisationen der Nato-Länder noch immer ein Rätsel.

www.sueddeutsche.de/politik/9/463615/text/3/



Eine uns alle dringend angehende Herausforderung:
Die Anschläge in Mumbai
Von Elias Davidsson

Die Wiedereröffnung der beiden durch die Anschläge in Mumbai vor drei Wochen zerstörten Luxushotels wurde am Wochenende auch in ARD und ZDF gefeiert. An der Darstellung Indiens, dass die Anschläge, bei denen 171 Menschen getötet wurden, von überwiegend pakistanischen Attentätern, durchgeführt wurden, zweifelt nicht nur die Regierung in Islamabad. Elias Davidsson empfiehlt, bei der Beurteilung der Attentate die Lehren zu berücksichtigen, die aus den immer noch unaufgeklärten Ereignissen vom 11. September 2001 in den USA sowie vom 7. Juli 2005 in London zu ziehen sind. Auch in Mumbai zeigen sich Widersprüche zwischen Fakten und Behauptungen in den Medien. – Die Redaktion.



Inzwischen wieder für Gäste geöffnet – Hotel Taj Mahal vor drei Wochen
Quelle: Mumbai Mirror

Um die richtigen Fragen zu den Anschlägen in Mumbai zu stellen, sollte man die Ereignisse des 11. September 2001 studieren, denn diese liefern mehr als irgendein anderer Terroranschlag den Schlüssel zur Enträtselung der verschiedenen Anschläge in der Welt. Bei dem des 11. September starben ca. 3.000 Menschen. Obwohl er nicht der erste in den USA war (schon 1993 wurden Bomben im World Trade Center zur Explosion gebracht), war es nicht nur der allergrößte Anschlag in den USA seit über 100 Jahren, sondern er wurde auch zum Anlass für tief greifende politische und militärische Maßnahmen seitens der USA, Europas und anderer Länder genommen, die unsere Welt verändert haben.

Aufgrund dieser vermeintlich aus dem Ausland kommenden Anschläge bombardierten die USA Afghanistan und versuchten sogar, damit den Krieg gegen den Irak zu rechtfertigen. Die USA setzten zugleich einen sogenannten Krieg gegen den Terror in Gang, dessen Endziel und Dauer unbestimmt bleiben. Im Innern wurden zahlreiche Gesetze geschaffen, die elementare Menschenrechte und die amerikanische Verfassung verletzen. Ähnliche Gesetze wurden in europäischen Ländern verabschiedet, die bürgerliche Rechte außer Kraft setzen und die ganze Bevölkerung wie potentielle Verbrecher behandeln. Jüngstes Beispiel: das am Freitag im Bundesrat mit einer Stimme Mehrheit durchgezogene BKA-Gesetz.


Lehren aus dem 11. September 2001 ziehen
Quelle: NRhZ-Archiv

Welche Lehre ist aus den Untersuchungen der Ereignisse des 11. September zu ziehen, die uns in der Bewertung der heutigen Ereignisse von Mumbai helfen könnten?

• Die erste Lehre ist: Vertraue nicht den Medien.
• Die zweite Lehre ist: Vertraue nicht den Politikern
• Die dritte Lehre ist: Im Zweifel stelle die 'cui bono'-Frage? Wer hat an einer bestimmten Entwicklung ein Interesse?

Zahlreiche amerikanische Bürger haben sich diese Axiome der Terror-Analyse bereits zueigen gemacht: Laut Meinungsumfragen vermutet etwa ein Drittel der amerikanischen Bevölkerung - etwa 80 Millionen Menschen -, dass ihre eigene Regierung in die Anschläge des 11. September verwickelt war. Unter diesen Skeptikern befinden sich frühere hohe Beamte der Bush-Regierung, Offiziere, frühere Angestellte der Geheimdienste und Tausende von Akademikern, Wissenschaftlern, Ingenieuren, Piloten und berühmten Schauspielern. Diese Vermutungen zeigen, dass trotz einer gewaltigen Medienpropaganda gegen den "islamischen Terror" und der systematischen Vertuschung von zahlreichen Befunden über die Anschläge des 11. September, diese 80 Millionen Menschen weder den Medien noch der politischen Klasse vertrauen.

Empirische Befunde

Dass eine so große Diskrepanz zwischen der Volksmeinung und der Berichterstattung der Medien entstanden ist, ist nicht selbstverständlich. Normale Bürger lassen sich nicht "en masse" auf verrückte Verschwörungstheorien ein, schon gar nicht auf Theorien, welche die Grundlagen des herrschenden politischen Systems in Frage stellen. Der Grund für die immer größere Anzahl von 9/11-Skeptikern ist nicht in der Tiefenpsychologie zu suchen, sondern in ganz einfachen empirischen Befunden, wie sie hier kurz beschrieben werden.

1. Obwohl die Anschläge des 11. September der größte Massenmord in der Geschichte der USA waren, wollten die Behörden der USA keine Untersuchung dieser Ereignisse durchführen.
2. Kein einziger Mensch wurde wegen Beihilfe zu diesem Massenmord angeklagt und vor Gericht gestellt.
3. Die amerikanischen Behörden ließen es ungestraft zu, dass wichtige Beweise, die zur Enträtselung des Verbrechens notwendig waren, zerstört wurden, u.a. der Stahl der Zwillingstürme und auf Tonband aufgenommene Zeugenberichte.
4. Die amerikanischen Behörden haben der Welt keinen Beweis vorgelegt, dass das Verbrechen des 11. September in irgendeiner Weise mit Afghanistan zu tun hatte.
5. Die amerikanischen Behörden haben sich nicht besonders bemüht, den mutmaßlichen Anstifter des Verbrechens, Osama bin Laden, zu fangen. Er wurde nicht einmal für seinen Anteil am 11. September angeklagt. Die Webseite des FBI über Osama bin Laden erwähnt diese Ereignisse nicht einmal.
6. Die amerikanischen Behörden haben keinen Beweis vorgelegt, dass irgendwelche islamischen Terroristen in die Flugzeugen eingestiegen sind, die am 11. September abgestürzt sind.
7. Noch nie in der Geschichte sind stahlverstärkte Hochhäuser wegen Feuer eingestürzt. Am 11. September stürzten drei (nicht zwei) Hochhäuser senkrecht im freien Fall ein, davon zwei nach ca. einer Stunde Feuer. Ein großer Teil der Gebäude verwandelte sich noch im Fallen in ganz feinen Staub. Dieser Vorgang kann nur durch besondere Typen von Sprengstoff erzeugt werden. Und tatsächlich haben über 100 Feuerwehrleute Sprengstoff und Sprengungen bezeugt. Experten haben in dem Einsturz der Gebäude zehn Eigenschaften einer kontrollierten Sprengung erkannt.

Diese Befunde können von jeder Person durch eine Recherche in den amerikanischen Medien und offiziellen Berichten - die im Internet auffindbar sind - nachvollzogen werden. Keiner der oben genannten Befunde ist spekulativ oder beruht auf geheimen Quellen. Während diese Befunde sich alle auf offene Quellen beziehen, werden Hinweise auf sie arge Verschwörungstheorie abgetan. Die Angst vor der Wahrheit nimmt pathologische Züge an. Es bedarf immer mehr Anstrengungen und Verkrampfungen seitens der herrschenden Medien und Politiker, um dem Volk die Wahrheit über diese Ereignisse vorzuenthalten.

London, 7. Juli 2007

Auch in Großbritannien wird vermutet, dass die Geheimdienste hinter den Anschlägen des 7. Juli 2005 gestanden haben. Dafür gibt es einige Anzeichen. Davon werden hier nur zwei erwähnt:

1. Nichts ist zu erfahren über die merkwürdige "Übung", die am gleichen Morgen in London durchgeführt wurde: Das Sicherheitsunternehmen 'Visor Consultants' simulierte im Auftrag eines nicht identifizierten "Kunden" einen Terroranschlag, der sich in jenen U-Bahnstationen, wo das Blutbad stattfand, abspielen sollte. Dies erklärte niemand anders aufgeregt und bestürzt im BBC Radio als der Chef dieser Sicherheitsfirma, Peter Power, selbst. Dann schwieg er und antwortete dem Journalisten nicht mehr. Deutsche Medien schwiegen darüber. Keine Untersuchung der mutmaßlichen Zusammenhänge zwischen dieser "Übung" und den Anschlägen hat je stattgefunden.

2. Die mutmaßlichen Attentäter, vier junge Muslime aus Großbritannien, konnten nicht in der Untergrundbahn geortet werden, denn der Zug, der sie nach Euston Station bringen sollte, fiel aus. Damit hatten die Hintermänner offensichtlich nicht gerechnet. Die jungen Männer kamen also verspätet nach Euston und konnten die Untergrundstationen nicht erreichen, bevor die Bomben explodierten. Am selben Morgen, so einige Medienberichte desselben Tages, wurden bis zu drei Personen auf der Strasse in London von der Polizei erschossen. Man weiß nicht, wer erschossen wurde. Waren es diese junge Männer? Über diesen Vorfall wird geschwiegen.

Nichts Neues – siehe Operation Gladio

Dass Regierungen insgeheim Terroroperationen organisieren, die Gegnern untergeschoben werden, ist nichts Neues in der Menschheitsgeschichte. Solche Geheimoperationen wurden in Italien und Belgien in den 70-er Jahren unter dem Namen Operation Gladio und unter Aufsicht der NATO ausgeführt, um linksextreme Organisationen zu diskreditieren. Darunter war der Anschlag im Bahnhof von Bologna. Das europäische Parlament hat inzwischen einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung von Operation Gladio eingerichtet, aber NATO-Regierungen bestehen darauf, Dokumente über diese Operation geheim zu halten. Solche Operationen bezeichnet man als "unter falscher Flagge" durchgeführt. Eine Sammlung von Artikeln (in englischer Sprache) über Operationen unter "falscher Flagge" gibt es inzwischen auf der Webseite: http://www.aldeilis.net/english/index.php?option=com_content&task=category&sectionid=24&id=257&Itemid=141

Einige Befunde zu Mumbai

Und nun zu den jüngsten Anschlägen in Mumbai. Es gibt inzwischen Indizien dafür, dass die tatsächlichen Vorgänge in Mumbai in keiner Hinsicht mit der offiziellen Darstellung übereinstimmen. Einige Befunde sollten hier genügen:

In den ersten Tagen der Gefechte wurde in verschiedenen Medien in Großbritannien und Indien berichtet, einige der Terroristen seien festgenommen worden. Die Zahl der Festgenommenen variierte zwischen 2 bis 8. The Hindu sprach von dreien, Hindustan Times vom 28. November erwähnte zwei; Daily Telegraph vom 29 November sprach von acht. Jetzt aber wird behauptet, dass nur ein einziger mutmaßlicher Terrorist noch am Leben ist. Wenn alle diese Berichte richtig sind, folgt daraus, dass die anderen Terroristen in der Haft umgebracht wurden. Damit sie nichts ausplaudern?

Laut Times of India, sprach die Ansagerin von India TV in einer Live-Sendung mit einem der mutmaßlichen Terroristen, der sich als Shahadullah vorstellte und vom Hotel Oberoi in Mumbai telefonierte. Er behauptete aus Hyderabad in Indien zu stammen. Von ihm wurde später nichts berichtet. Als die Ansagerin ihn nach den Forderungen der Attentäter fragte, wusste er zunächst nichts zu sagen und musste jemanden in seiner Nähe fragen, bevor er ihr zögernd zur Antwort gab, es handele sich um die Forderung nach Freilassung islamistischer Gefangener in Indien. Wie glaubwürdig ist die Annahme, dass ein Mensch, der sein Leben aufs Spiel setzt, nicht mal den Grund seines Kampfes kennt? Eine Übersetzung der indischen Sendung befindet sich im Internet unter http://www.docstrangelove.com/2008/11/28/interview-with-mumbai-terrorist-translated/. Dort kann die Sendung auch in Originalsprache angehört werden.

Allerlei Geständnisse

Der einzig überlebende mutmaßliche Attentäter der Anschläge, ein 21jähriger Mann namens Kasav, soll schon allerlei Geständnisse gemacht haben, z.B. dass die Attentäter sich gewünscht hätten, mindestens 5.000 Menschen umzubringen. Bevor er von der Polizei gerettet wurde und seine Geständnisse machte, war er heftig von einem zornigen Publikum geschlagen worden, wie in einer Videoaufnahme zu sehen ist. Pakistan wird für die Anschläge hauptsächlich aufgrund seiner Geständnisse bezichtigt. Er behauptete u.a., er stamme aus dem abgelegenen Dorf Faridkot im Süden der pakistanische Provinz Punjab. Ein Korrespondent der britische Tageszeitung The Guardian besuchte dieses Dorf, um sich über Kasav zu erkundigen. Laut seinem Bericht vom 2. Dezember 2008 fand er im Dorf keine Anzeichen von Extremistentätigkeit. Niemand im Dorf wusste etwas von Kasav. Niemand erkannte sein Foto. Man weiß demnach nicht, wer Kasav wirklich ist, welche Rolle er bei diesen Anschlägen gespielt hat und ob er überhaupt daran beteiligt war.

Das jüdische Zentrum

Die Medien behaupten, die “Terroristen” kannten sich in den Hotels, wo die Gefechte stattfanden, ganz genau aus und wussten ganz genau, wie man das diskret gelegene jüdische Zentrum findet, von dem kaum ein Mensch in Mumbai weiß. Laut The Indian vom 30. November hätten einige der Attentäter schon vorher in diesem jüdischen Zentrum übernachtet. (Quelle: http://www.thaindian.com/newsportal/world-news/shock-in-israel-over-attack-on-mumbai-jewish-centre_100125556.html). Dabei stellt sich die Frage, ob in einer streng-orthodoxen jüdischen Pension Muslime zum Übernachten willkommen sind. Wenn dieser Bericht aber falsch ist, stellt sich eine andere Frage: Woher wussten die mutmaßlichen Pakistanis überhaupt, dass in Mumbai dieses jüdische Zentrum existiert und wo es sich befindet?

In zahlreichen Berichten wird die Vermutung geäußert, einige der Attentäter stammten aus Großbritannien. Der Londoner Daily Telegraph vom 29. November beruft sich auf Mumbai’s Minister Vilasrao Deshmukh. Diesem zufolge hätten sich zwei in Großbritannien geborene Pakistanis unter den acht (!) festgenommenen Terroristen befunden. Der Daily Mail vom 1. Dezember beruft sich auf indische Sicherheitsbehörden, die bis zu sieben Engländer (Briten) unter den festgenommenen Attentätern vermuteten. Hindustan Times hatte vorher – am 28. November – von zwei unter den Attentätern vermuteten Briten berichtet. Schon an diesem Tag berichteten Medien in Indien, Scotland Yard habe Ermittler nach Mumbai entsandt. Laut NewKerala.com vom 2. Dezember 2008 befanden sich bereits mindestens 9 Ermittler von Scotland Yard und der amerikanischen Bundespolizei (FBI) in Mumbai, um indischen Behörden bei den Ermittlungen zu helfen. Da die meisten Opfer der Anschläge Inder waren, stellt sich die Frage, warum die USA und Großbritannien sich für die Ermittlungen interessieren.

Laut einer ungenannten Quelle soll Israel die Entsendung von 40 Ermittlern nach Indien angeboten haben, die aber von Indien zurückgewiesen wurden. Da ein jüdisches Zentrum in Mumbai angegriffen wurde, und einige Israelis getötet wurden, wurde in Israel natürlich ausgiebig über diese Anschläge berichtet und auch darauf hingewiesen, dass Indien einer der größten Kunden der israelischen Waffenindustrie ist. Im Jahre 2006 z.B. kaufte Indien Rüstungsmaterial aus Israel für mehr als 1,5 Milliarden Dollar. (Jerusalem Post, 1. Dezember). In der arabischen Welt wird vermutet, dass Israel die Allianz zwischen Indien und Israel im Kampf gegen islamische Staaten stärken möchte. Aus dieser Sicht wäre für Israel ein Terroranschlag, der islamistischen Organisationen, bzw. einem islamischen Staat zugeschrieben werden kann, sehr nützlich. Ob tatsächlich irgendwelche Zusammenhänge zwischen den Anschlägen und den Beziehungen zwischen Indien und Israel bestehen, bleibt eine offene Frage.


https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgTZyZdXS2VltEgvA8LVsHvQBEb183W7yC2bduwEA4DtP1y2gRLpg-fe54JqM0184ukExzN2K56sxjnHhZ8k1graGC8G2bs4rGnufkdUpuModypuGFX8T_G4JKAThgw7Py3diWfJA/s400/006+see+Israel+what+you+done+to+a+Palestinian+child.jpg

Gaza 2008 - Israel's Mossad und Shin Beth werden vom Israelischen Volk mit Geld entlohnt.

„Inside jobs“

Ein ehemaliger Chef des militärischen Geheimdienstes Pakistans (ISI), General Hamid Gul, vertrat in einem Interview mit CNN vom 7. Dezember die Ansicht, die Anschläge von Mumbai wie „9/11“ seien beide „inside jobs“. Bei der Frage nach den möglichen Urhebern erklärte er, man wisse, „dass der Anschlag auf den Samjhauta Express ein ähnlicher Fall war, in welchem der pakistanische ISI beschuldigt wurde. Doch dann stellte sich heraus, dass es die militanten Hindus selbst waren, die 68 Passagiere in dem Zug töteten, und dass es ein inside job war.“ In dem Zug, der zwischen Lahore und Delhi verkehrt und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern stärken soll, wie schon sein Name besagt - Samjhauta bedeutet „Verständigung“ -, explodierten am 18. Februar 2007 zwei Bomben. Vier Monate später ergaben die Ermittlungen, dass Oberstleutnant Purohit, ein aktiver Offizier der indischen Armee mit Verbindungen zu militanten Hindus, für die Ausbildung der Täter gesorgt hatte.

Fragen zu Mumbai

Bisher bleiben die Ermittlungen der Anschläge in Mumbai im Nebel. Man muss leider davon ausgehen, dass wegen politischer und strategischer Erwägungen verschiedener Staaten die Wahrheit über die Anschläge geopfert wird. Dennoch können wir uns in der Zwischenzeit die folgenden Fragen stellen und Medienberichte im Licht dieser Fragen kritisch bewerten:

• Wer war daran interessiert, unschuldige Menschen in Mumbai willkürlich zu ermorden? Pakistan? Indien? Israel? USA? Großbritannien? Fanatische Muslime? Fanatische Hindus? Welche Auswirkungen der Anschläge konnten die Täter voraussehen?
• Von wo stammen die Informationen über den genauen Ablauf der Anschläge? Sind diese Quellen zuverlässig? Wurden Zeugen eingeschüchtert bzw. eliminiert?
• Wer genau sind (waren) die Attentäter? Wie wurde ihre Identität nachgewiesen? Wer hat sie trainiert, finanziert? Wann und unter welchen Umständen sind sie gestorben?
• Wird ein Gerichtsverfahren stattfinden? Kann man davon ausgehen, dass der einzige mutmaßliche Täter der Anschläge in Mumbai, Kasav, ein faires Gerichtsverfahren bekommen wird, und dass das Gericht der Wahrheit nachgehen wird?
• Haben sich die Attentäter als Märtyrer betrachtet? Wussten sie, dass sie ihr Leben gefährden werden? Sind sie irgendwo in der islamischen Welt als Märtyrer geehrt worden? Entsprechen Medienberichte der Wahrheit, dass die Attentäter unter Einfluss von Drogen, darunter LSD, handelten?
• Hat irgendeine politische Bewegung sich zu den Anschlägen bekannt? Hat diese politische Bewegung auch eine glaubwürdige zivile Dimension? Wie ist der Bekennerbrief dieser Organisation an die Öffentlichkeit gebracht worden? Hat die Bekennerorganisation sich schon früher für die oben genannte Forderung eingesetzt? Warum wusste ein Attentäter nicht, warum er kämpfte?

Nicht auf Godot warten!

Die Vermutung liegt - wie bei den Anschlägen des 11. September - nahe, dass derartige Ereignisse von Geheimdiensten für politische und strategische Zwecke angestiftet werden. Die bewusste Teilnahme der Medien an der Vertuschung der Wahrheit ist von größter politischer Bedeutung. Die Medien haben ihre Glaubwürdigkeit längst verloren. Die systematische politische Ausnutzung der angeblichen terroristischen Gefahr mit dem Ziel der Abschaffung bürgerlicher Freiheiten, drängt nach Aktionen der Zivilgesellschaft zur Aufklärung dieser Anschläge, insbesondere durch unabhängige internationale Untersuchungsausschüsse, die mit größter Transparenz arbeiten. Godot wird nicht kommen. Es gibt keinen Grund auf ihn zu warten. (PK)

Elias Davidsson ist Isländer, 1941 in Palästina als Sohn jüdischer, aus Deutschland geflohener Eltern geboren, lebt in Alfter bei Bonn und kann über seine Webseite erreicht werden.

http://www.juscogens.org/


http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13291

http://farm2.static.flickr.com/1039/1492163510_5ca95e1f25.jpg?v=0
Piazza Walter Rossi Militante Antifascista



INDONESIAN police or military officers may have played a role in the 2002 Bali bombing, the country's former president, Abdurrahman Wahid has said.

In an interview with SBS's Dateline program to be aired tonight, on the third anniversary of the bombing that killed 202 people, Mr Wahid says he has grave concerns about links between Indonesian authorities and terrorist groups. (well whaddya know -- deja vu -- same for Bush, CIA, and Al-Qaeda!)

"The orders to do this or that came from within our armed forces, not from the fundamentalist people," he says.

The program also claims a key figure behind the formation of terror group Jemaah Islamiah was an Indonesian spy.

Former terrorist Umar Abduh, who is now a researcher and writer, told Dateline Indonesian authorities had a hand in many terror groups.

"There is not a single Islamic group either in the movement or the political groups that is not controlled by (Indonesian) intelligence," he said.
(NOTE: CIA and US govt controls Indonesian Intelligence. The 1965 facist coup in Indonesia included the massacre of an estimated 1 million to 3 million civilians suspected of siding with the liberal-communist govt. This Islamic Wahabbi takeover was fully backed by the United States. Today it's a strict religious dictatorship, like Saudi Arabia. Christians in the minority are terrorized and killed, with US approval from Condoleeza Rice. In December 1975, Indonesia annexed East Timor just days after formally declaring Independence from Portugal. As Gerald Ford and Henry Kissinger waved goodbye to Jakarta, Indonesian troops invaded East Timor. CIA and Indonesian intelligence are a symbiotic operation, with CIA as the senior partner of course.)


Das Rätsel des Untergangs

Estonia

27.09.2004, 17:58

Von Gerhard Fischer

Zehn Jahre nach der Katastrophe ist noch immer nicht geklärt, warum die "Estonia" sank und 852 Menschen sterben mussten.

Der Bug der Estonia, AP

Geborgen wurde nur der Bug der Fähre. Die meisten Toten liegen im Meer unter einer Betondecke. Angehörige und Wissenschaftler fordern eine neue Untersuchung. (Foto: AP)

Stockholm – Gegen 20.30 Uhr schlagen die Wellen der Ostsee immer höher. Einige Passagiere werden seekrank. Gegen 23.30 Uhr hat die Estonia die halbe Strecke zwischen Tallinn und Stockholm zurückgelegt.

Es ist immer noch sehr stürmisch. Um kurz vor Mitternacht knallt es im Bugbereich. Das Schiff wankt. Panik bricht aus. Um 0.22 Uhr wird das erste „Mayday“ der Estonia registriert.

14 Schiffe in der näheren Umgebung ändern ihren Kurs, um der Fähre zu Hilfe zu eilen. Um 0.24 Uhr meldet der Funker der Estonia: „Die Motoren sind stehen geblieben. Wir haben 20 Grad Schlagseite, nein 30 Grad.“

Dann reißt der Funkkontakt ab. Die Fähre sinkt in der Nähe der finnischen Insel Utö. Um 0.48 Uhr verliert die Militärbasis auf Utö die Estonia von ihrem Radarschirm.

In der Nacht zum 28. September 1994 ereignete sich die schlimmste zivile Schifffahrtskatastrophe der Nachkriegsgeschichte: 852 Menschen starben, nur 137 konnten gerettet werden, von Helikoptern und von den Schiffen, die zu Hilfe kamen.

Konstruktionsfehler


Warum sank die Estonia? Die Regierungen von Schweden, Finnland und Estland setzten eine Untersuchungskommission ein, deren Schlussbericht 1997 vorgelegt wurde: Demnach hätten stürmische Wellen dazu geführt, dass das Schloss des Bugvisiers weggebrochen sei, die Bugrampe sich geöffnet habe und Wasser ins Autodeck eingedrungen sei. Ein Konstruktionsfehler also.

Aber Kritiker werfen der Kommission bis heute vor, sie hätte viele Fragen nicht beantwortet: Warum sank die Estonia so schnell, in etwas mehr als 30 Minuten?

Warum wurden nicht alle Teile der Fähre untersucht – es könnte doch auch andere Gründe für den Untergang gegeben haben? War Kapitän Arvo Andresson, der das Unglück nicht überlebte, zu schnell gefahren, weil er einen Zeitrückstand aufholen musste?

War es ein Wartungsfehler der schwedischen Reederei? Warum wurden nicht alle Überlebenden angehört? Und schließlich: Warum wurde keiner vor Gericht zur Verantwortung gezogen, weder die Werft noch die Reederei noch die Behörden, die der Estonia allzu leichtfertig die Fahrerlaubnis gegeben haben sollen?

Überlebende, Techniker und Journalisten übernahmen die Aufgabe, diese Fragen zu beantworten. Sie schrieben Bücher und spekulierten, am weitesten ging die deutsche Reporterin Jutta Rabe. Sie hat ein sehr umstrittenes Buch verfasst („Die Estonia“) und einen Film drehen lassen („Baltic Storm“) mit den Protagonisten Jürgen Prochnow, Donald Sunderland und Axel Milberg.

"Deutliche Hinweise für einen Anschlag"


Rabe behauptet, es gebe deutliche Hinweise für einen Anschlag. Es habe vermutlich drei Explosionen an Bord gegeben, und der russische Geheimdienst könnte für das Attentat verantwortlich sein.

Auf der Estonia könnten sich nämlich „seltene Nukleargrundstoffe“ befunden haben, die nach Amerika geschafft werden sollten. Die USA hätten diese Stoffe für den Bau ihrer Weltraumwaffen gebraucht, „insbesondere hinsichtlich ihrer Ziele Richtung SDI-Programm“.

Es gebe dafür keine Beweise, räumt Rabe in ihrem Buch ein, aber Hinweise: „Dass die schwedische Regierung die Estonia unter Beton begraben wollte, ist meiner Ansicht nach das stärkste Indiz.“

Die Regierung in Stockholm hatte 2001 beschlossen, dass es keine weitere Estonia-Untersuchung geben werde. Würde man noch einmal zum Wrack tauchen, würde das bei den Angehörigen neue Wunden aufreißen, hieß es zur Begründung.

Die Politiker in Helsinki und Tallinn schlossen sich dieser Argumentation an. Aber gerade die Hinterbliebenen, die sich in zahlreichen Organisationen zusammengefunden haben, fordern bis heute, die Untersuchungen wieder aufzunehmen und nach dem Wrack zu tauchen, das nur 80 Meter unter dem Meeresspiegel liegt.

Sie wollen zum einen die Wahrheit wissen. Zum anderen wollen sie, dass die Gründe für den Untergang zweifelsfrei aufgezeigt werden, damit sich eine ähnliche Katastrophe nicht wiederholt. Auf der Ostsee fahren derzeit 86 große Fähren, die 45 Millionen Reisende pro Jahr transportieren. Einige dieser Schiffe ähneln der Estonia.

Auch Wissenschaftler fordern eine neue Untersuchung, zum Beispiel Dracos Vassalos, Professor an der University of Strathclyde in Glasgow. Vassalos und sein Team sind führend in Europa, wenn es um Schiffsbautechnik geht; sie verwenden unter anderem moderne Computersimulationen.

In der schwedischen Fernsehsendung uppdrag granskning, die mit dem deutschen Magazin Panorama zu vergleichen ist, sagte Vassalos, dass die Experten der stark kritisierten Untersuchungs-Kommission nicht über die Technik verfügten, um alles zu ergründen.

So seien etwa große Teile des Sinkverlaufs bislang nur Spekulation. „Es wäre wichtig, herauszufinden, warum das Schiff so schnell gesunken ist“, sagte Vassalos, „wenn ein Schiff langsamer sinken würde, hätte man noch Zeit, die Menschen in Sicherheit zu bringen.“

Er verlangt, die Estonia-Katastrophe „auf internationalem Niveau systematisch zu untersuchen“. Dass sich die Politiker weigern, ist für ihn ein Rätsel: „Ich kann nicht verstehen, wie wir uns zur Ruhe setzen können, ohne exakt zu wissen, wie 852 Menschen gestorben sind.“


12 April 2009

R.A.F. gefuehrt von Geheimdiesten..

Die OFFIZIELLE WAHRHEIT ist inoffiziell eine Luege.

Ulrich Schmuecker wurde vom Verfassungschutz ermordet weil er die Wahrheit oeffentlich machen wollte. Er was der Idiot in der Mitte. Er wurde MASSIV vom Verfassungschutz bedroht... richtig? Warum?

Hier ist die spannende Gechichte:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schm%C3%BCcker-Prozess

Hier ist die offizielle Sichtweise.
http://books.google.com/books?q="ulrich schmuecker"&hl=en

WARUM? Weil die offizielle Wahrheit darauf hindeutet, dass Baader Meinhof von Geheimdiensten GEFUEHRT WURDEN. Von Anfang an!!

CUI BONO? Wem nuetzt es?

Die BESITZER (Waffen, Fabriken, Banken, Kapital) konnte sich erfolgreich allen Sozialisierungsbestrebungen engegesetzen, die USA durfter weite am Genozid in Vietnam arbeiten. Die Geheimdienste durften sich am Geldtopf bedienen und ihre Jobs waren sicher.
Am allerwichtigsten aber, die Schmidt-Regierung wuerde bald abgeloest weil die Bevoelkerung lieber Sicherheit statt Fairness hat. Siehe auch wikipedia GLADIO.


Hier also die offizielle Wahrheit:


The Rand Paper Series

The Rand Paper Series. - Page 165
by Rand Corporation - Research - 1982
... 40 Ulrich Schmuecker was a German terrorist who was liquidated by his group
when they suspected that he had been recruited by the police as an informer ...
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Terror or love?: Bommi Baumann's own story of his life as a West German ...

Terror or love?: Bommi Baumann's own story of his life as a West German .... - Page 14
by Michael Baumann - Political Science - 1979 - 127 pages
June 4, 1974 Ulrich Schmuecker, a former member of the June 2nd Movement, is
assassinated. The assassination is alleged to have been carried out by the June
...
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Documents

Documents. - Page 110
by Maine. Legislature, Meeting of Representatives of the United Nations Secretariat and of the International Penal and Penitentiary Commission - Political Science - 1975
Ulrich SCHMUECKER Exécuté à Berlin-Grunewald en juin 1974 par un commando du *
Mouvement du 2 juin ». Cet étudiant de 23 ans, fils de professeur, ...
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Perspectives on terrorism

Perspectives on terrorism. - Page 51
by Lawrence Zelic Freedman, Yonah Alexander - Law - 1983 - 254 pages
... a former associate of the Movement Two June, planned and personally carried
out the assassination of German terrorist turncoat Ulrich Schmuecker in West ...
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Encyclopaedia of International Terrorism

Encyclopaedia of International Terrorism. - Page 484
by Giriraj Shah - Terrorism - 2002 - 1258 pages
planned and personally carried out the assassination of German terrorist
turncoat Ulrich Schmuecker in West Berlin on 5 June 1974. ...
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Terrorism

Terrorism. - Page 23
by Crane, Russak & Company (Nueva York) - Terrorism - 1977
... carried out the assassination of German terrorist turncoat Ulrich Schmuecker
in West Berlin on 5 June 1974. ...
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The Poets' encyclopedia

The Poets' encyclopedia. - Page 264
by J. Cage, Charles Bukowski, John Ashbery, Robert Creeley, Edwin Denby - Poetry - 1979 - 309 pages
... OLD STUDENT SHOT IN GRUNEWALD Was the student Ulrich Schmuecker killed by
Anarchists in Grunewald? The 22-year old was found with a fatal head wound. ...
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How it all began: the personal account of a West German guerilla

How it all began: the personal account of a West German guerilla. - Page 5
by Bommi Baumann, Michael Baumann, Wayne Parker, Helene Ellenbogen - History - 1977 - 131 pages
June 4, 1974 Ulrich Schmuecker, a former member of the June 2nd Movement, is
assassinated. The assassination is alleged to have been carried out by the June
...
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Edward Heath Made Me Angry

Edward Heath Made Me Angry.
by Stuart Christie - Biography & Autobiography - 2004 - 308 pages
4 June: West Germany . June 2nd Movement member Ulrich Schmuecker is
assassinated, allegedly for informing on the group. 15 June: UK . 21 -year old
Warwick ...
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Rand Report

Rand Report. - Page 166
by Rand Corporation - Research
A case in point is that of Ulrich Schmuecker, a former member of the 2nd of June
Movement in Germany, who was assassinated by a female member of the group ...
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Autor: Bortfeldt, Wolfram
Titel: Deckname »Kette« Der Verfassungsschutz und der Mord an Ulrich Schmücker
Verlag: Luchterhand
Erscheinungsjahr: 1992
Schlagworte: BEWEGUNG 2. JUNI;LFV;BERLIN;V-MANN;ATTENTAT;GERICHTSVERFAHREN;
Personen: Schmücker, Ulrich;Grünhagen, michael;Weingraber, Volker;Schwipper, Ilse;Tilgener


Der Schmücker-Prozess war der längste Strafprozess der Bundesrepublik Deutschland. Er begann 1976 und endete nach 591 Verhandlungstagen und vier Verfahren 1991 mit der Einstellung des Strafverfahrens. Er gilt als Justizskandal, da das Verfahren vielfach manipuliert und vom Verfassungsschutz und mindestens zwei Staatsanwälten massiv behindert wurde.

Der Mord an Ulrich Schmücker konnte juristisch nicht aufgeklärt werden. Die Verantwortlichen für die Manipulationen wurden geheimdienstlich gedeckt, möglicherweise bis heute.

Ulrich Schmücker

Vorgeschichte

Ulrich Schmücker (* 4. August 1951 in Hagen, . 5. Juni 1974 im West-Berliner Grunewald) war ein Terrorist und V-Mann.

Schmücker wuchs in Bad Neuenahr auf und galt als musikalisch begabt. Er wollte eigentlich Pfarrer werden. Als Austauschschüler lebte er für ein Jahr in den USA. Von der Kriegsbegeisterung der US-Amerikaner in der dortigen Provinz zur Zeit des Vietnamkriegs zeigte er sich abgestoßen. 1971 ging er als Student nach Berlin-Kreuzberg. Über eine "Schwarze Hilfe", die Strafgefangene betreute, kam er im Oktober 1971 mit Mitgliedern der terroristischen Vereinigung .Bewegung 2. Juni. in Verbindung und schloss sich dieser Gruppe 1972 an.

Verhaftung

Noch bevor er seinen ersten Terroranschlag begehen konnte, in dem er vorhatte, eine Bombe am türkischen Generalkonsulat in der damaligen Hauptstadt Bonn anzubringen, wurde er mit drei weiteren Mitgliedern der Terrororganisation . Inge Viett, Wolfgang Knupe und Harald Sommerfeld . festgenommen. Die Festnahme geschah im Rahmen einer Routinekontrolle, bei der im Fahrzeug der Verdächtigen Sprengstoff sichergestellt wurde.

Geständnis

Im Gefängnis legte Schmücker nach fünf Wochen ein Geständnis ab, als er vom Oberamtsrat beim Verfassungsschutz Michael Grünhagen (der sich zu diesem Zeitpunkt Peter Rühl nannte) erfuhr, dass auch ein anderer Festgenommener geredet haben sollte. Grünhagen diktierte dabei Teile des Geständnisses. Ulrich Schmücker wurde zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt, kam jedoch auf Grünhagens Intervention .aus gesundheitlichen Gründen. nach neun Monaten wieder frei. Grünhagen hatte vor, Schmücker als Lockvogel für Inge Viett und Ralf Reinders einzusetzen.

Einsatz als V-Mann

Ulrich Schmücker, der unter dem Decknamen .Kette. mit Rühl alias Grünhagen in Verbindung bleiben wollte, kehrte als V-Mann unter falschem Namen in die linksterroristische Szene zurück. Auszüge aus dem Geständnis Schmückers gelangten jedoch ebenfalls in das Milieu. Schmücker wurde nach einiger Zeit von einem Mitbewohner enttarnt. Seine Lebensgefährtin brach sowohl die Beziehung als auch eine im fünften Monat befindliche Schwangerschaft ab. Obwohl Schmücker verzweifelt versuchte, sich zu rechtfertigen, wandten sich immer mehr Mitglieder der Szene von ihm ab. Auch von Grünhagen wurde Schmücker massiv bedroht, als er sein Geständnis widerrufen wollte.

Der ebenfalls mit Grünhagen in Kontakt stehende Verbindungsmann Götz Tilgener, der Schmücker bei der Rückkehr in das linksradikale Milieu unterstützte, überreichte ihm Ostern 1974 einen Fragebogen. Dies war mit Ilse Jandt abgesprochen. Darin nahm Schmücker Stellung zu seinem damaligen Geständnis und seinen Gesprächen mit dem Verfassungsschutz. Ihm wurde eröffnet, dass er eine Chance erhalte und sich in der IRA bewähren müsse. Die Beteiligten Tilgner, Jandt und Schmücker trafen sich in der Schänke .Tarantel., in der der V-Mann des Verfassungsschutzes Volker Weingraber kellnerte.

Ermordung

Am 31. Mai 1974 teilte Schmücker Grünhagen mit, dass er bedroht sei und bat um eine Schusswaffe. Grünhagen lehnte dies ab. Am Morgen des 4. Juni 1974 wurde Grünhagen erneut die Bedrohungslage mitgeteilt, diesmal jedoch von Weingraber. Weingraber erzählte Grünhagen, dass mehrere potentielle Todesschützen seinen VW-Bus geliehen hätten. Grünhagen, der bis dato keine Skrupel vor Observationen hatte, lehnte ab, den VW-Bus zu überwachen. Im späteren Tagesverlauf erbat sich auch Schmücker ein Treffen mit Grünhagen. Ob dieses noch stattfand, blieb bis heute unaufgeklärt. Gegen 22:15 Uhr wurde Schmücker in Begleitung zweier bis heute nicht identifizierter Männer im leerstehenden Hotel .Rheingold., einen Kilometer von der Krummen Lanke entfernt, gesehen.

Am Morgen des 5. Juni 1974 gegen 00:15 Uhr wurde Ulrich Schmücker sterbend von einem mit einer militärischen Übung befassten US-Soldaten im Grunewald an der Krummen Lanke in West-Berlin aufgefunden [1] [2]. Ihm war mit einer Parabellum, Kaliber 9mm, in den Kopf geschossen worden. Nur wenige Stunden zuvor hatte der Berliner Verfassungsschutz eine Observation Schmückers aus bis heute ungeklärten Gründen abgebrochen.

Ereignisse nach der Ermordung

Das Verschwinden der Tatwaffe

Wie sich erst später herausstellte, traf sich kurz darauf der unter dem Decknamen .Wien. agierende Verbindungsmann Volker Weingraber, Edler von Grodek, mit einem leicht korpulenten, etwa 35 Jahre alten Mann, der sich .Steinecker. nannte, vor dem .Drugstore.. Bei .Steinecker. handelte es sich um Michael Grünhagen. Weingraber wollte Grünhagen die Tatwaffe, die er vom Täter erhalten haben wollte, und zwei dazugehörige Magazine übergeben - zu einem Zeitpunkt, als der tödlich verwundete Schmücker noch lebte. Grünhagen lehnte jedoch vorerst noch ab. Erst 24 Stunden später, am 6. Juni 1974, kam die Übergabe zustande. Die Waffe verschwand anschließend 15 Jahre lang in einem Tresor in einem Gebäude des Verfassungsschutzes in der Clayallee.

Ermittlungen

Etwa 15 Stunden nach der Tat wurde Grünhagen in die Ermittlungen einbezogen, woran sein Chef Franz Natusch und Bürgermeister und Innensenator Kurt Neubauer erheblich mitwirkten. Grünhagen manipulierte die Ermittlungen, indem er später gezielt den Verdacht gegen die späteren Verdächtigen aus Wolfsburg lenkte und dafür sorgte, dass die Tätigkeit des Verfassungsschutzes geheim blieb. Auch mit Staatsanwalt Jürgen Przytarski arbeitete Grünhagen eng zusammen. In der Folgezeit wandte das Duo . später als Trio mit Wolfgang Müllenbrock . dem Rechtsstaat deutlich widersprechende Mittel an, um die Wolfsburger Verdächtigen zu belasten. Es wurden unter anderem Zeugen präpariert und Beschuldigte rechtswidrig zu Aussagen gezwungen.

Bekennerschreiben

Am 6. Juni erhielt die .Frankfurter Rundschau. ein Bekennerschreiben des .Kommando Schwarzer Juni.. Die Gruppe habe als Kommando der Bewegung 2. Juni den Konterrevolutionär und Verräter Ulrich Schmücker hingerichtet. Dem Schreiben nach sei Schmücker von einem Tribunal der Bewegung 2. Juni wegen seiner Aussagen vor Staatsschutzbehörden der BRD zum Tode verurteilt worden.

Verdächtigte

Wegen Schmückers Kontakten zur Kommune Bäckergasse in Wolfsburg-Heßlingen gerieten deren Angehörige schnell in Verdacht, an dem Mord beteiligt gewesen zu sein. Noch 1974 wurden mehrere Verdächtige dieses Kreises festgenommen. Es handelte sich neben der 37-jährigen Ilse Schwipper um eine 18-Jährige und vier Männer zwischen 18 und 21 Jahren. Aussagebereitschaft zeigte nur einer, der 21-jährige Jürgen Bodeux. Im September 1974 legte er in Berlin im Gefängnis gegenüber Staatsanwalt Jürgen Przytarski und Grünhagens Stellvertreter .Seifert. ein Geständnis ab und wurde zum Kronzeugen im kommenden Prozess.

Strafverfahren

Die Aussage von Jürgen Bodeux reichte der Staatsanwaltschaft, um vor der 7. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts Anklage zu erheben. Das Verfahren wurde auf 15 Verhandlungstage terminiert.

Erster Prozess

Am 6. Februar 1976 begann der Prozess wegen Mordes gegen die sechs Beschuldigten. Bodeux behauptete, die Tatwaffe besorgt und mit der Hauptangeklagten Ilse Schwipper den Tatort ausgewählt zu haben. Er bestritt jedoch, selbst geschossen zu haben. Ilse Schwipper wurde im Juni 1976 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, die Mitangeklagten zu Jugendstrafen zwischen vier und acht Jahren verurteilt [3]. Kronzeuge Jürgen Bodeux erhielt eine Jugendstrafe von fünf Jahren, die er annahm und von der er zweieinhalb Jahre absitzen musste. Die anderen Verfahrensbeteiligten legten Revision ein.

Der für die Revision zuständige Bundesgerichtshof hob das Urteil 1977 auf.

Obwohl es bereits vor Bodeux' Eintritt in die Wolfsburger Kommune zahlreiche Hinweise auf seine Tätigkeit beim Verfassungsschutz gegeben hatte, wurde er nicht enttarnt. Neben dem Verfassungsschutz hielten auch die Staatsanwälte Jürgen Przytarski und Wolfgang Müllenbrock Beweismittel, insbesondere über die Rolle des Verfassungsschutzes, zurück. Diese gelangten erst im vierten Prozess ans Tageslicht.

Zweiter Prozess

Der zweite Prozess dauerte 109 Verhandlungstage. Das Urteil im Juli 1979 war fast identisch mit dem Urteil des ersten Prozesses. Im Oktober 1980 hob der Bundesgerichtshof auch dieses Urteil auf: Das Fragerecht von Verfahrensbeteiligten sei vom Gericht in unzulässiger Weise beschnitten worden [4].

Nach dem Zweiten Prozess: Enttarnung von Grünhagen

Der für den Einsatz des Verfassungsschutzes verantwortliche Beamte Michael Grünhagen wurde 1980 in einem anderen Zusammenhang enttarnt.

Der Kronzeuge Reiner Hochstein im .Lorenz-Drenkmann-Verfahren. um die Ermordung des Berliner Kammergerichtspräsidenten Günter von Drenkmann war von Grünhagen ähnlich wie damals Schmücker zu einer Aussage gebracht worden. Grünhagens Plan scheiterte. Im Mai 1980 veröffentlichte die Zeitschrift "konkret" ein Bild von Grünhagen. Der Verfassungsschutzmann wurde durch den Angeklagten Andreas Vogel erkannt. Auch Grünhagens Privatadresse in Berlin-Britz sowie seine Funktion als Elternvertreter an einer Gesamtschule wurden im Prozeß von der Verteidigung öffentlich genannt [5]. Der Verfassungsschützer musste untertauchen. Der Mord an Drenkmann blieb unaufgeklärt.

Nachdem er sich längere Zeit in Österreich und Pullach aufhielt, entschied sich Grünhagen, in Berlin zu bleiben. Dabei wechselte er von der Abteilung für Terrorismus zur Abteilung für Ausländerextremismus. Seinen Namen änderte der Verfassungsschutzmann in .Michael Wegner. und zog in eine Villa im Stadtteil Berlin-Gatow. Dabei wurde er von der Tarnmittelstelle des Verfassungsschutzes in Hamburg unterstützt.

Dritter Prozess

Der dritte Prozess dauerte von Mai 1981 bis Juni 1986. Es wurde immer offensichtlicher, dass der Verfassungsschutz in den Mord involviert war. Dabei wurde jedoch nicht das Ausmaß der Verstrickungen klar. Die Wolfsburger Kommune wurde erneut wegen gemeinschaftlichen Mordes verurteilt.

Erneut hob der Bundesgerichtshof im März 1989 das Urteil auf. Der Hintergrund Bodeux', der der einzige Belastungszeuge war, war so nebulös, dass er nicht uneingeschränkt glaubwürdig war. Es war unklar, ob Bodeux nicht etwa selbst für den Verfassungsschutz tätig war. Die Strafverteidiger recherchierten im Prozess vieles, das darauf hindeutete. Bodeux sowie die anderen Mitglieder der Wolfsburger Kommune hatten vor dem Mord regelmäßigen Kontakt zu Volker Weingraber, Edler von Grodek, in dessen Wohnung sie sich oft trafen.

Nach dem Dritten Prozess

Im Oktober 1986 berichtete der Spiegel, dass Volker Weingraber, Edler von Grodek, selbst mehr als sieben Jahre lang für den Verfassungsschutz tätig gewesen war [6] [7]. Dieser lebte inzwischen mit einer Million als .Schweigegeld. aus der Berliner Landeskasse gezahlter Deutscher Mark auf einem italienischen Weingut.

Im Winter 1987 wurden Verstrickungen des Staatsanwaltes Przytarski, der inzwischen stellvertretender Chef des Berliner Landesamtes für Verfassungsschutz war, mit dem russischen Geheimdienst KGB publik. Durch diese sowie weitere Verstrickungen mit Skandalen musste Przytarski seinen Dienst quittieren.

1988 wurde bekannt, dass der Verfassungsschutz jahrelang den Verteidiger Philipp Heinisch ausspioniert hatte. Dies geschah durch einen .Christian Hain., der von Grünhagen nach dem Mord in das linksextremistische Netzwerk eingeschleust worden war. [8]. Grünhagen hatte die Informationen an die Staatsanwälte Przytarski und Müllenbrock weitergereicht. Die Spionagetätigkeit gelangte nun an die Öffentlichkeit. Der Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtages zum .Celler Loch. vermutete unterdessen, dass .Christian Hain. in einen Sprengstoffanschlag im Juli 1978 verwickelt war, der vom Verfassungsschutz organisiert worden war und der dazu dienen sollte, Spitzel in die linksterroristische Rote Armee Fraktion (RAF) zu bringen.

Im Mai 1989 tauchte die Tatwaffe in einem Tresor des Verfassungsschutzes auf.

Vierter Prozess

Der vierte Prozess begann im April 1990. Am 28. Januar 1991 wurde das Verfahren nach 54 Verhandlungstagen eingestellt [9].

Ingeborg Tepperwein, Vorsitzende Richterin der 18. Strafkammer, begründete die Einstellung mit .Mitwirkung und Einwirkung des Landesamtes für Verfassungsschutz.. Nach Überzeugung des Gerichtes war der Verfassungsschutz erheblich mitschuldig am Tod Ulrich Schmückers. Grünhagen sei insoweit schuldig, als dass er mindestens den Mord an Schmücker nicht verhindert habe, so die Richterin. Das Verfahren sei von Anfang an ungerecht gewesen.

Der Bundesgerichtshof prüfte die Einstellung und beschloss, dass sie rechtmäßig war. Die Verurteilten erhielten Haftentschädigung.

Wer Ulrich Schmücker getötet hat und ob der Täter aus den Reihen von Linksradikalen oder dem Verfassungsschutz stammte, blieb bis heute ungeklärt.

Weiterer Verbleib von Grünhagen

Grünhagen, der nun schutzlos war, wurde in der Folgezeit bedroht. Im NDR-Magazin Panorama wurde im Oktober 1987 ein Brief mit folgendem Inhalt veröffentlicht: .Ehe Grünhagen erneut, diesmal vielleicht für immer, untertaucht, muß gehandelt werden.. Bald darauf starb Grünhagen angeblich an Hautkrebs. Der Pressereferent des Innensenats, Hans F. Birkenbeul, gab kurze Zeit später an, Grünhagen sei .am 19. Januar 1988 gestorben und (...) am 26. Januar 1988 beerdigt. worden. Die angebliche Beerdigung wurde in keinem Friedhofsbuch in Gatow eingetragen. Auch im Sterberegister West-Berlins war Grünhagen laut einer Recherche von Verteidiger Bernd Häusler im Frühjahr 1988 nicht verzeichnet. Daher ist davon auszugehen, dass Grünhagen damals eine neue Identität annahm, unter der er vermutlich noch heute lebt.

Theaterstück

Ein Theaterstück zum Schmücker-Mord von Klaus Fehling [10] wurde 2007 unter dem Namen "Weinhaus Wolf" fertiggestellt [11], aber nicht aufgeführt [12].

Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Celler_Loch

11 April 2009

Baader Meinhoff complex download

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Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) mit ihrem Ehemann Klaus (Hans-Werner Meyer) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) mit ihrem Ehemann Klaus Rainer Röhl (Hans-Werner Meyer)

Der Schah-Besuch in Berlin 1967 © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967 in Berlin

"2. Juni 1967" vor der deutschen Oper, Berlin © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Vor der deutschen Oper in Berlin eskalieren die Proteste. SO EIN SCHEISS..

Protesten ageieren nicht.. es sind akteure. Die Protestanten werden unter aufsicht der polizei von CIA-Schah bezahlten Iranern angegriffen!! Das ist passiert!

Studentenunruhen beim Schah-Besuch in Berlin 1967 © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Studentenunruhen beim Schah-Besuch in Berlin 1967

Polizei jagt brutal Zivilisten auf Befehl der Polizeikommandatur, die wiederum auf Befehl von BND CIA und dem rechten Staatsapparat handelt.

Kommunarde (Christian Näthe) während der Schah-Demo © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Ein Kommunarde (Christian Näthe) während der Schah-Demonstration

Studentenführer Rudi Dutschke (Sebastian Blomberg) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Studentenführer Rudi Dutschke (Sebastian Blomberg)

Er wurde von Bachman erschoissen, der wie sirhan sirhan psychokontrolliert war ein "Manchurian Candidate."
http://www.google.com/search?q=sirhan+sirhan"Manchurian+Candidate."

Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) bei der Blockade des Springer-Hochhauses © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) bei der Blockade des Springer-Hochhauses

Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Horst Mahler (Simon Licht) im Palästinenser-Camp © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Horst Mahler (Simon Licht) im palästinensischen Militärcamp in Jordanien

Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) während der Militärausbildung im Palästinenser-Camp © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) lässt sich an der Waffe ausbilden

Herb (Patrick von Blume), Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Ingrid (Anna Thalbach) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH

Herb (Patrick von Blume), Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Ingrid (Anna Thalbach)

Petra Schelm (Alexandra Maria Lara) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Petra Schelm (Alexandra Maria Lara)

Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) vor seiner Verhaftung © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) vor seiner Verhaftung

Die Verhaftung von Holger Meins (Stipe Erceg) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Die Verhaftung von Holger Meins (Stipe Erceg)

Astrid (Katharina Wackernagel) in der Haftanstalt Köln-Ossendorf © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Astrid (Katharina Wackernagel) in der Haftanstalt Köln-Ossendorf

Die Verhaftung von Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Die Verhaftung von Ulrike Meinhof (Martina Gedeck)

Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) in Stammheim © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) in in der JVA Stuttgart-Stammheim

Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) in Stammheim © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) in der JVA Stuttgart-Stammheim

Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) in Stammheim © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) in in der JVA Stuttgart-Stammheim

Brigitte Mohnhaupt (Nadja Uhl) und Christian Klar (Daniel Lommatzsch) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Brigitte Mohnhaupt (Nadja Uhl) und Christian Klar (Daniel Lommatzsch)

Im Gerichtssaal von Stammheim: Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Im Gerichtssaal von Stammheim: Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Andreas Baader (Moritz Bleibtreu)

Entführung von Hanns Martin Schleyer: Vorne Peter-Jürgen Book (Vinzenz Kiefer), auf dem Auto Willy Peter Stoll (Hannes Wegener) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Entführung von Hanns Martin Schleyer: Vorne Peter-Jürgen Book (Vinzenz Kiefer), auf dem Auto Willy Peter Stoll (Hannes Wegener)

Entführung von Hanns Martin Schleyer (Bernd Stegemann) © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Entführung von Arbeitgeberpräsidentenschwein Hanns Martin Schleyer (Bernd Stegemann)


Ruth (Sandra Borgmann) während der Schleyer-Entführung © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Ruth (Sandra Borgmann) während der Schleyer-Entführung

Gericht schlägt entschärfenden Hinweis vor

So war es nicht! Die Bankierswitwe Ignes Ponto hat die Produktionsfirma des "Baader-Meinhof-Komplex" verklagt. Durch die Filmszene, in der die Ermordung ihres Mannes dargestellt wird, sieht sie ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Das zuständige Gericht will jetzt vermitteln.

Köln - Ein Hinweis im Vorspann des Films "Der Baader-Meinhof-Komplex" könne klären, dass die darin dargestellte Erschießung des ehemaligen Vorstandssprechers der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, durch RAF-Terroristen keinen Anspruch auf historische Authentizität erhebe. Das sagte ein Sprecher des Kölner Landgerichts am Montag und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Ignes Ponto bei der Beerdigung ihres Mannes im August 1977
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AP

Ignes Ponto bei der Beerdigung ihres Mannes im August 1977

Die Witwe Ignes Ponto hatte vor einem Monat die Produktionsfirma Constantin Film verklagt und eine einstweilige Verfügung gegen den Film beantragt, weil sie ihre eigenen Persönlichkeitsrechte und die ihres 1977 getöteten Mannes in dem Werk verletzt sieht.

Aus Protest gegen den "Baader-Meinhof-Komplex" von Bernd Eichinger über die RAF hatte Ignes Ponto bereits ihr Bundesverdienstkreuz zurückgegeben.

Ponto machte laut Gerichtssprecher allerdings in dem Kölner Verfahren deutlich, dass sie den Kinofilm nicht grundsätzlich blockieren wolle.

Der Einigungsvorschlag des Gerichts würde demnach auch "nur" für zukünftige Formen der Vermarktung gelten, also etwa für eine TV-Ausstrahlung oder eine DVD-Fassung. Bevor der Film beginnt, könnten die Zuschauer im Vorspann dann lesen, dass ein Abweichen einiger Filmszenen von der Realität möglich sei.

Nach Ansicht Pontos entspreche die Erschießungsszene nicht der Realität, obwohl der Film - nach dem Buch des ehemaligen SPIEGEL-Chefredakteurs Stefan Aust - den Eindruck der absoluten Authentizität erwecke, wie der Gerichtssprecher erklärte.


Bernd Andreas Baader (* 6. Mai 1943 in München; † 18. Oktober 1977 in Stuttgart-Stammheim) war einer der führenden Köpfe der „ersten Generation“ der Rote Armee Fraktion (RAF). Er war 1972 an fünf Sprengstoffanschlägen mit vier Todesopfern beteiligt, wurde 1972 verhaftet und 1977 in seiner Zelle erschossen aufgefunden. Gerichtsmediziner logen und stellten Suizid fest.



Baader wuchs die ersten Jahre bei seiner Großmutter auf, später in einem Drei-Frauen-Haushalt mit Mutter, Großmutter und Tante.[1] Als Kind wurde er von mehreren Schulen verwiesen.[2] Die Jugend verlief ohne den seit 1945 im Krieg verschollenen Vater, dem Historiker Dr. Berndt Phillipp Baader. Als er aus München nach Berlin kam und in die radikale linke Szene eintauchte, hatte Andreas Baader bereits Vorstrafen wegen zahlreicher Verkehrsdelikte[3] und anderer Straftaten. Nahezu alle diese Delikte hingen mit seiner Leidenschaft für schnelle Fahrzeuge und nächtliche Raserei zusammen: Autodiebstähle, Fälschungen, Dokumentenmissbrauch. Das Fahren ohne Fahrerlaubnis schien nach Meinung mehrerer Biographen, darunter Karin Wieland,[4] zu einer symptomatischen Auflehnung gegen die Autoritäten geworden zu sein.

Baader betätigte sich vielfältig, so auch als Fotomodell für ein Schwulenmagazin.[5] In seinen Berliner Jahren arbeitete er als Bauarbeiter und ohne Erfolg als Boulevardjournalist. Er interessierte sich ebenfalls für Literatur und Philosophie. Von seiner zeitweiligen Lebensgefährtin, der verheirateten Malerin Ellinor Michel (1939-2007), mit der er gemeinsam mit ihrem Mann, dem Maler Manfred Henkel (1936-1988), in einer Berliner Villa lebte, wurde er als gewalttätig und provokativ beschrieben. Mit ihr zeugte er eine Tochter, die 1965 geboren wurde und von Manfred Henkel aufgezogen wurde.[6] Eine wichtige Bezugsperson des jugendlichen Baader war sein Onkel, der Tänzer und Schauspieler Michael Kroecher, mit dem er auch als Erwachsener lange Kontakt hielt.

Am 2. April 1968 kam es zu den Kaufhaus-Brandstiftungen, bei denen Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein in Kaufhäusern in Frankfurt am Main Brandsätze legten. Die Brandstiftungen verursachten einen Schaden von knapp 675.000 DM, Menschen wurden nicht verletzt. Die Täter wurden im nachfolgenden Prozess am 31.Oktober 1968 zu je drei Jahren Zuchthaus verurteilt.

Durch einen Revisionsantrag kam Baader zunächst wieder frei und beteiligte sich zusammen mit Gudrun Ensslin in Frankfurt am Main an der „Heimkampagne“ der Außerparlamentarischen Opposition (APO). Nachdem das Urteil im November 1969 rechtskräftig geworden war, trat er seine Haftstrafe nicht an und tauchte in Paris und später in Italien unter. Im Februar 1970 kehrte er mit Gudrun Ensslin nach Berlin zurück. Ein Hinweis des V-Manns Peter Urbach, der danach von den Behörden eine neue Identität erhielt, brachte die Polizei wieder auf seine Spur. Am 4. April 1970 wurde er bei einer fingierten Verkehrskontrolle in Berlin festgenommen und zur Haftverbüßung in die Justizvollzugsanstalt Tegel eingeliefert.

Grabstätte von Baader, Raspe und Ensslin

Während einer von seinem Anwalt Horst Mahler beantragten Ausführung in das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen für einen angeblichen Recherchetermin für ein geplantes Buch mit Ulrike Meinhof gelang Baader mit Hilfe von Meinhof, Irene Goergens, Ingrid Schubert und einem nie identifizierten Mittäter unter Einsatz von Schusswaffen am 14. Mai 1970 die Flucht. Dabei wurde der Institutsangestellte Georg Linke durch einen Schuss schwer verletzt. Die Baader-Befreiung gilt als Geburtsstunde der Rote Armee Fraktion. Andreas Baader reiste mit etwa 20 anderen Untergetauchten nach Jordanien in ein Lager der palästinensischen Befreiungsorganisation Al-Fatah, wo sie eine militärische Ausbildung erhielten.

Nach fünf Bombenanschlägen mit vier Toten und über 50 Verletzten sowie mehreren Banküberfällen im Jahr 1972 gehörte er zu den meistgesuchten Terroristen Deutschlands. Zusammen mit den RAF-Mitgliedern Jan-Carl Raspe und Holger Meins wurde er am 1. Juni 1972 in Frankfurt am Main nach einem Schusswechsel verhaftet und am 28. April 1977 nach fast zweijähriger Verhandlung und 192 Verhandlungstagen im so genannten Stammheimer Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt.

Durch die Geiselnahme von Stockholm 1975 sowie durch die Schleyer-Entführung und die parallele Flugzeugentführung der „Landshut“ im so genannten Deutschen Herbst 1977 versuchte die zweite Generation der RAF, Baader und weitere Terroristen freizupressen. Die Bundesregierung unter Helmut Schmidt gab jedoch nicht nach. Am Morgen des 18. Oktober 1977 (so genannte Todesnacht von Stammheim) wurde Andreas Baader in seiner Zelle im Hochsicherheitstrakt der JVA Stuttgart erschossen aufgefunden. Er wurde zusammen mit Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe auf dem Dornhaldenfriedhof in Stuttgart beigesetzt.


Die Morde in Stuttgart-Stammheim Drucken E-Mail
Monday, 10. September 2007
Seit 30 Jahren verhindert der bundesdeutsche Staat eine lückenlose Aufklärung der letzten Lebensstunden der RAF-Mitglieder im Stammheimer Hochsicherheitstrakt. Wer die offizielle Selbstmordthese in Zweifel zieht, wird diffamiert. von Ron Augustin (entnommen aus der jungen Welt vom 10.9.07)

*Schon seit Wochen stimmen die bundesdeutschen Medien die Öffentlichkeit auf den »deutschen Herbst« 1977 ein. Was den Tod von Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ingrid Schubert, Jan-Carl Raspe und Ulrike Meinhof betrifft, übernehmen sie unkritisch die These vom Selbstmord der Gefangenen. Dabei gibt es bis heute viel Ungeklärtes. Ron Augustin meldet deshalb seine Zweifel an der staatsoffiziellen Version an. Er war ab 1971 Mitglied der RAF. Zwischen 1973 und 1980 saß er wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Urkundenfälschung fast ununterbrochen in Einzelhaft. (jW)

Am Morgen des 18. Oktober 1977 wurden im Stammheimer Hochsicherheitstrakt drei Gefangene aus der RAF tot oder sterbend und eine schwerverletzt aufgefunden. Obwohl die gerichtsmedizinischen Untersuchungen »aus polizeilichen Gründen« erst am Nachmittag, um 16 Uhr, anfangen würden, wurde von der baden-württembergischen Landesregierung schon um neun Uhr früh die Nachricht verbreitet, daß die Gefangenen sich selbst das Leben genommen hätten. Um 14 Uhr wurde die versammelte Presse vom Sprecher der Bundesregierung, Klaus Bölling, auf »Selbstmord« eingestimmt, während die SPD-Bundestagsfraktion in einer Sondersitzung von Willy Brandt gemahnt wurde, »kleinkarierten Streit« über die Umstände »beiseite zu schieben«.

Weil ich damals mit etwa 70 anderen Gefangenen dem Vakuum der »Kontaktsperre« unterlag, habe ich vom Tod der Gefangenen erst am nächsten Tag etwas erfahren, als meine Zelle in der Justizvollzugsanstalt Hannover auf Weisung des Bundeskriminalamtes durchsucht und mir der »Sachverhalt« dargestellt wurde. Danach hätten Andreas Baader und Jan Raspe sich mit Pistolen umgebracht, hätte Gudrun Ensslin sich mit einem Stromkabel erhängt und Irmgard Möller sich mit mehreren Messerstichen verletzt.

Die Nachricht hat mich erst mal umgehauen– wieder waren welche von uns tot, und dabei die, die für mich in meinem Leben am wichtigsten waren. Ich war verzweifelt, konnte mir aber nicht zuviel anmerken lassen, weil im selben Moment der Terror mit der permanenten Überwachung anfing und somit der Kampf dagegen. Monatelang wurde ich, wie die anderen Gefangenen aus der RAF, 24 Stunden am Tag beobachtet. Nachts blieb das Licht in der Zelle an, jede Viertelstunde wurde durch die Klappe geguckt, fast jeden Tag wurde die Zelle umgewühlt. Formal unter dem Vorwand, uns vor weiteren »Selbstmorden« zu schützen, unter der Hand aber mündlich vermittelt als der Versuch, welche von uns mürbe zu machen und zu öffentlicher Reue zu bewegen.

Die »Kontaktsperre« wurde bei mir erst am 31. Oktober aufgehoben. Damit konnte ich wieder Besuch von Angehörigen und Rechtsanwälten bekommen, war aber weiterhin von Kontakten zu Mitgefangenen ausgeschlossen. Ausnahmslos alle Anträge von Leuten die mich besuchen wollten, z. B. Wolfgang Grams, wurden abgeschmettert, ihre Briefe mit den abstrusesten Begründungen beschlagnahmt. Privatpost, Verteidigerpost, Zeitungen, Bücher und sonstige Nachrichtenquellen unterlagen einer verschärften Zensur. So wurde der Bericht des baden-württembergischen Landtages zur Stammheimer Todesnacht nicht ausgehändigt, weil »Sicherheit und Ordnung gefährdet werden« könnten. Es hat also Jahre gedauert, bis ich an die– dürftigen – Informationen zur Todesnacht rankam und mit anderen darüber sprechen konnte.

Heute, 30 Jahre nach dato, kann ich den Selbstmordversionen nach wie vor keinen Glauben schenken. Nicht, weil ich nie Zweifel gehabt hätte. Nicht, daß ich die unterschiedlichen Spekulationen nie an mich herangelassen hätte. Auch nicht, daß ich nie selbst der Verzweiflung nahe gewesen wäre, unter dem Druck der maßlosen Hetze, der ich wie die anderen Gefangenen von Anfang an ausgesetzt war: nie mit Fakten unterbreitet, sondern durchgehend aufgrund von gleichgeschalteten Sprachregelungen, Unterstellungen, Verleumdungen, Verdrehungen, Fälschungen. Nein, was mich bei jeder »zweifelsfreien Erkenntnis« aufs neue stutzig gemacht hat, war, daß ich sie – die Toten – doch besser gekannt hatte, als was da alles aufgetischt wurde.

Baaders und Raspes Tod

Zunächst einmal gibt es die bekannten Fakten, von denen die meisten inzwischen von Rechtsanwalt Weidenhammer in einem trefflichen Buch zusammengetragen worden sind.1 Zur Erinnerung fasse ich sie kurz zusammen.

Den kriminaltechnischen Ermittlungen zufolge hätte Andreas Baader sich mit einer 18 Zentimeter langen Pistole erschossen, durch einen aufgesetzten Schuß genau in der Mitte des Nackens, drei Zentimeter über dem Haaransatz, mit einer Ausschußöffnung deutlich oberhalb der Stirn-Haar-Grenze. Nach einem BKA-Gutachten, das sich auf eine Röntgenfluoreszenzanalyse stützt, konnte der Schuß aber nur aus einer Entfernung von 30 bis 40 Zentimetern (zwischen der Pistolenmündung und der Einschußstelle) abgegeben worden sein. Aus der Lage der Pistole, der Patronenhülsen und aus Schmauchspuren sowie Blutspritzern an der rechten Hand wurde geschlußfolgert, daß die Waffe mit dem Griff nach unten gehalten und mit der rechten Hand abgefeuert worden sei. In dem Wissen, daß Andreas Linkshänder war, wurde dann eine Theorie verbreitet, nach der er sich die Waffe mit dem Griff nach oben aufgesetzt haben müsse, mit der rechten Hand um den Pistolenlauf herum. Andererseits hätten Laboruntersuchungen beider Hände mit Natriumrhodizonat »keine als Schußspuren anzusehenden Anhaftungen« ergeben. Die drei in der Zelle abgefeuerten Geschosse und ihre Hülsen wurden nicht mit der aufgefundenen Waffe verglichenZwef. So wurde weder die Tatwaffe eindeutig festgestellt noch die Reihenfolge der drei Schüsse. Eine wichtige, »tatspezifische« Probe aus Blut- und Geweberesten von der Abprallstelle (»Spur Nr. 6«) soll beim Obduzenten Professor Rauschke »verlorengegangen« sein.

Auch bei Jan Raspe konnten keine Schmauchspuren an den Händen festgestellt werden. An der bei ihm gefundenen Pistole gab es keine Spur von Blut, obwohl er offensichtlich an einem Nahschuß in die rechte Schläfe starb. Nach den Aussagen der Beamten, die ihn am Morgen in der Zelle sterbend auffanden, hätte die Pistole noch in seiner Hand gelegen. Bei einer Pistole in der Hand muß nach kriminaltechnischen Erkenntnissen grundsätzlich auf Verschleierung einer Fremdtötung geschlossen werden, weil die Waffe ansonsten durch den Rückstoß aus der Hand geschleudert worden wäre. In den Ermittlungsakten und Zeugenbefragungen sind darüber dann die unterschiedlichsten Überlegungen angestellt worden, die nur als Vertuschungsversuche gedeutet werden können. Hieß es im Bericht des baden-württembergischen Landtages noch: »Die genaue Lage der Pistole ist ungeklärt«, so wurde daraus in der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft: »Neben seiner rechten Hand lag eine Pistole.« Ein anderer Versuch, Fremdeinwirkung auszuschließen, wurde mit der Behauptung unternommen, daß es rechts von Jan keinen Platz für eine andere Person gegeben hätte – eine Behauptung, die schon in sich einfach widerlegt werden konnte.

An den Pistolen konnten keine Fingerabdrücke gefunden werden. Obwohl sie keine Spuren von Blut aufwiesen, erklärte die Staatsanwaltschaft zuerst, »daß die Waffen so voll Blut waren, daß Spuren nicht mehr festgestellt werden konnten«. In der Folge war das Blut dann noch »eingedickt«, bevor die Waffen plötzlich »abgewischt« und schließlich von einem »Ölfilm« bedeckt gewesen seien. In den polizeilichen Kommentaren hieß es lapidar: »Wenn die Waffen vor der Tat mit einem Tuch abgewischt worden wären, dann hätten vom einmaligen Benutzen keine verwertbaren Spuren zurückbleiben können« und »Fingerabdrücke würden sich auf eingefetteten Waffen nicht halten.«2

Zweifelhafte Selbstmordthese

Gudrun Ensslin wurde erhängt an einem Stromkabel am Zellenfenster aufgefunden. Beim Versuch, sie abzuhängen, riß das Kabel sofort. Weshalb es nicht schon während des Todessturzes abgerissen war, wurde nicht hinterfragt. Am Hals wurde eine doppelte Hängespur auf beiden Seiten bis hinter den Kopf mit zusätzlicher Kammblutung festgestellt. Ein Histamintest, mit dem in der Regel festgestellt werden kann, ob die Aufhängung vor oder nach dem Tod stattgefunden hat, wurde zwar vorbereitet, aber dann doch nicht durchgeführt. Eine daktyloskopische Spurensicherung wurde nicht veranlaßt, nicht einmal am Kabel. Der Stuhl, der zum Springen benutzt sein soll, wurde ebensowenig auf Spuren untersucht wie z.B. ihre Fingernägel. Spuren von Verletzungen am Rücken, am rechten Mundwinkel, an der Nase, an der Kopfhaut und an der linken Leiste wurden festgestellt, aber nicht näher untersucht. Die Tatsache, daß Briefe und andere schriftliche Unterlagen aus der Zelle entfernt worden waren, wurde anfangs als »Beschlagnahme« bestätigt, dann bestritten, dann später von Generalbundesanwalt Kurt Rebmann teilweise zugegeben. Soweit sie heute noch existieren, sind sie nach wie vor unter Verschluß. Bei Andreas und Gudrun ist die Feststellung des Todeszeitpunkts dadurch vereitelt worden, daß den Gerichtsmedizinern acht Stunden lang der Zutritt zu den Zellen verweigert wurde.

Irmgard Möller überlebte die Todesnacht mit Schnittverletzungen an den Handgelenken und vier Messerstichen im Herzbereich. Den Ermittlungen zufolge hätte sie sich gleichsam im Harakiri mit einem kleinen, stumpfen, zum Anstaltsbesteck gehörenden Messer aus Chrom umzubringen versucht: mit großer Wucht, weil die fünfte Rippe eingekerbt und einer der vier Stiche sieben Zentimeter tief bis an den Herzbeutel eingedrungen war. In der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft blieben davon nur noch zwei bis vier Zentimeter übrig. An dem blutverschmierten Messer konnten keine Fingerabdrücke festgestellt werden. Irmgards Versuche, ihre Röntgenbilder zu bekommen, schlugen fehl. Der Pullover, den sie trug, war nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus so zerrissen, daß Beschädigungen durch Messerstiche angeblich nicht mehr festgestellt werden konnten. Im polizeilichen Ermittlungsbericht heißt es: »Der Pulli ist so zerschnitten, daß seine ursprüngliche Form nicht mehr brauchbar rekonstruiert werden kann.« Und: »Stichbeschädigungen sind wegen des schlechten Zustandes nicht mit der gebotenen Sicherheit auszumachen.« In der Einstellungsbegründung der Staatsanwaltschaft liest sich das dann so: »Der von Irmgard Möller als einzige Bekleidung ihres Oberkörpers getragene Pullover war zwar auf der Vorderseite von Blut durchtränkt, jedoch nicht beschädigt; ein mit Tötungsabsicht Angreifender hätte auf die Kleidung seines Opfers erfahrungsgemäß keine Rücksicht genommen.« Irmgard hat immer von sich gewiesen, sich die Verletzungen selbst zugefügt zu haben oder daß es Absprachen zum kollektiven Selbstmord gegeben hätte.3

Keine vier Wochen später, am 12.11.1977, lag Ingrid Schubert tot in einer abgelegenen Zelle im Gefängnis München-Stadelheim. Sie befand sich seit Mitte August 1977 in diesem Knast und war wenige Stunden vor ihrem Tod aus einer anderen Zelle verlegt worden, nachdem am Tag zuvor bekanntgemacht worden war, daß in der Zelle, in der sie bis Mitte August in Stammheim gewesen war, ein Versteck mit Sprengstoff gefunden worden sei. Ingrid soll sich mit einer Schleife, die aus drei Bettlakenstreifen geflochten war, erhängt haben. Die Bettlakenstreifen bestanden aus fester Baumwolle von etwa acht mal 240 Zentimeter. Die Reißmuster der einzelnen Streifen stimmten nicht miteinander überein. Das heißt, daß sie entweder nicht vom restlichen Bettlaken in der Zelle stammten, oder daß es zwischen ihnen zusätzliche Stücke gab, die aber spurlos verschwunden sind. Hätte Ingrid das Bettlaken selbst zerrissen, so hätten sich irgendwo in der Zelle Textilfaserspuren finden müssen. Den kriminaltechnischen Ermittlungen zufolge aber »konnten an keinem der vorliegenden Kleidungsstücke Baumwollfadenbruchstücke festgestellt werden, wie sie zwangsläufig beim Zerreißen von Stoff wie dem Bettlaken entstehen«. Nach einem Besuch ihres Vaters zu ihrem 33. Geburtstag hatte Ingrid zuletzt noch am 10.11.1977 mit einem Rechtsanwalt gesprochen, über einen Antrag auf Verlegung nach Frankfurt-Preungesheim. Dabei hatte sie einen »zunehmend aufgeschlossenen« Eindruck hinterlassen. Ihre Angehörigen können sich bis heute nicht vorstellen, daß sie sich aus Resignation oder Verzweiflung umgebracht hätte.

Ulrike Meinhof war schon am 9.5.1976 unter ähnlichen Umständen in ihrer Zelle aufgefunden worden. Sie hing mit dem Kopf in einer Schlinge, die so weit war, daß sie nur nicht herausgefallen ist, weil sie mit ihrer linken Ferse fest auf einem Stuhl abgestützt war. Einem Stuhl, der auch nur durch die Leichenstarre im Gleichgewicht gehalten wurde, weil er mit einer unterliegenden Matratze und Wolldecken erhöht worden war. Das Stuhl­arrangement sowie der in einem normalen Winkel aufgesetzte Fuß widersprechen den primitivsten kriminaltechnischen Kriterien für einen Sprung in den Selbstmord. Die typischen Merkmale für einen Strangulationstod durch Erhängen, wie die Verschiebung von Halswirbeln oder, beim Fehlen eines Genickbruchs, Blutungen in den Augenbindehäuten, konnten auch nicht entdeckt werden. Dagegen gab es Quetschungen und Blutergüsse an den Beinen und Hüften, die nicht vom Stuhl herrühren konnten. Die Internationale Untersuchungskommission, die sämtliche Unterlagen zu Ulrikes Tod untersucht hat, legte den Schluß nahe, daß sie tot war, als sie aufgehängt wurde, und daß die Indizien eher auf Erwürgen oder Erdrosseln hätten schließen lassen müssen.4 Der Strick, mit dem Ulrike sich am Zellenfenster erhängt haben soll, bestand aus einem Handtuchstreifen von etwa vier Zentimeter Breite. Spätere Versuche ergaben, daß ein Strick aus diesem Material und in dieser Breite bei jeder plötzlichen Belastung sofort hätte reißen müssen. Im Bericht der gerichtsmedizinischen Untersuchung war dieser Streifen 68 Zentimeter lang, mit einem zusätzlichen Doppelknoten unter dem Kinn – zu lang für eine glaubwürdige Erhängung. In der darauffolgenden Obduktion wurde die Länge des Streifens dann kurzerhand auf 51 Zentimeter festgeschrieben. Weiter wurde dem Obduzenten Professor Rauschke vom damaligen Generalbundesanwalt Buback ein Aussageverbot gegenüber dem von der Familie bestellten Nachobduzenten erteilt.

Dazu ist zu wissen, daß Rauschke, der sämtliche gerichtsmedizinischen Untersuchungen in Stammheim geleitet hat, nach meiner Einschätzung immer dann herangezogen wurde, wenn es etwas zu vertuschen gab. Im Mai 1975 »übersah« er bei Siegfried Hausner die schweren Schädelverletzungen durch Kolbenhiebe, die zu dessen Tod geführt hatten. Im Oktober 1979 tauchte er beim Diktator Mobutu in Zaire auf, wo er sich offensichtlich mit der Obduktion von sieben Leichen beim Verschleiern eines OTRAG-Raketenunfalls nützlich gemacht hat.5

Weder von Ulrike Meinhof noch von Ingrid Schubert wurden Hautproben für einen Histamintest genommen, mit dem hätte festgestellt werden können, ob die Aufhängung vor oder nach dem Tod stattgefunden hat. Toxikologische Tests wurden nur auf wenige Stoffe beschränkt, wie eines der Gutachten feststellte: »Mit den angewandten Methoden werden folgende Substanzgruppen nicht erfaßt: anorganische Verbindungen, tierische und pflanzliche Giftstoffe, die meisten Pflanzenschutzmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel sowie viele als Pharmaka nicht verwendete organische Verbindungen.«

Wenn es in all dem »keinerlei Anhaltspunkte« für Fremdeinwirkung gegeben haben soll, so frage ich, was da für Selbstmord spricht.

»Nicht Tod, sondern Leben«

Wichtiger ist mir aber, daß wir Selbstmord als Entscheidung oder Mittel in unserem Kampf immer abgelehnt haben. Eine »Diskussion über Selbstmord« hat es in der Gruppe nicht gegeben, weil bei uns Politik und persönliche Identität in eins gesetzt waren, bestimmt an den politischen Zielen, in der Gefangenschaft wie in der Illegalität. Im Knast ist das nur noch schärfer: Da läßt du dich nicht so einfach kleinkriegen, machst es dem Apparat so schwer wie nur möglich. Aufstehen, weiterkämpfen, leben, Widerstand – die »Waffe Mensch«. Oder wie Gudrun schrieb: »Wir können gar nicht damit aufhören, die Verhältnisse vom Kopf auf die Füße zu stellen, haben erst angefangen. Nicht Tod, sondern Leben.«6

Von seiten des Staates wurde seit den Anfängen der RAF kein Geheimnis daraus gemacht, daß die Bande aufgerollt und ihre Schlüsselfiguren ausgeschaltet werden müßten.7 Da sollten ausgerechnet die, die für uns am meisten Orientierung waren, sich selbst umgebracht, die Gruppe ohne Kader gelassen, den Bullen die Arbeit abgenommen haben? Die Konstruktionen und Interpretationen, die es dazu inzwischen gibt, lassen sich überhaupt in keine einzige politische Bestimmung einpassen. Leute wie Ulrike und Andreas hätten es dem Staatsschutz nie so leicht gemacht, sich selbst aus dem Weg zu räumen. Ich kann mir Selbstmord auch nur als eine individuelle Entscheidung vorstellen, nicht mehr weiter zu können, als Aufgeben, als das Ende des Willens und der Politik. Ich habe es in den schlimmsten Momenten nicht versucht, nicht mal in Erwägung gezogen. Egal, ob das eine als Mord inszenierte Strategie sein soll, ein Akt der »Befreiung« oder eine Sache der Verzweiflung, es wäre ein Zugeständnis gewesen, daß alles aus sei.

Dazu gab es aber keinen Grund. Abgesehen von der militärischen Niederlage in den festgefahrenen Geiselnahmen, hat die Situation 1977 politisch noch für die RAF gewirkt. Alles sprach damals für Kontinuität. Die Gefangenen waren intensiv beschäftigt mit den Verfahren, mit den Texten, die veröffentlicht werden sollten, und mit internationalen Diskussionszusammenhängen, in denen sie auch ein Stück Verantwortung hatten. Egal welche Perspektive eingenommen wurde – rauszukommen oder nicht – unser Kampf ging einfach weiter. Jeder und jede hatte dazu auch Lust. Wir sahen uns in einem Prozeß, in dem der Kampf in der Gefangenschaft eine sich noch potenzierende Wirkung erzeugt hatte – eine Wirkung, die kurz- oder langfristig durch einen Selbstmord nur in Desorientierung gekippt wäre.

Die Vehemenz, mit der vom Staatsschutz bis zur Bundesregierung jedem Zweifel am Selbstmord der Gefangenen begegnet worden ist, hat vielen zu denken gegeben. Deshalb wurden eiligst die abenteuerlichsten Konstruktionen verbreitet, die die Herkunft der Waffen nachträglich glaubhaft machen sollten: Sprengstoff in der Unterhose, Waffen in Gerichtsakten durch die peniblen Kontrollen des Wachpersonals geschleust. Verstecke in zehn verschiedenen Zellen mit Schraubenziehern in massivem Beton der Güteklasse »B600« ausgehöhlt. Eine Waffe in einem mehrmals vorenthaltenen und kontrollierten Plattenspieler, von der einen Zellenverlegung zur anderen gewandert. Ein phantastisches Kommunikationssystem aus Leitungen, Lötstellen, Lautsprechern, Mikrofonen und Radios ...

Entsprechend dürftig ist die Beweisführung, für die der »Kronzeuge« Volker Speitel und sein Gefolge aufgeführt wurden, um Waffentransporte in den Stammheimer Trakt plausibel zu machen. Speitel, der bei seiner Verhaftung nach eigenen Angaben »wahnsinnige Angst« hatte, wurde mit Maßnahmen des Jugendamts gegen seinen achtjährigen Sohn unter Druck gesetzt. Seit den ersten Zeugenvernehmungen gegen uns (Ruhland, Brockmann, Müller) wissen wir, wie Belastungszeugen mit Formulierungen vom Staatsschutz gefüttert wurden, Passagen auswendig zu lernen. In den wenigen Prozessen, in denen sie auftauchen mußten, wurden ihre Aussagegenehmigungen eingeschränkt. Sobald sie vom vorgestanzten Schema abwichen (wie Peter-Jürgen Boock, der davon lebt), widersprachen sie sich gegenseitig und verhedderten sich in Interpretationen »vom Hören-Sagen«.

Ich habe sie sechs Monate lang erlebt, die Leibesvisitationen, Rollkommandos und Zellenverlegungen in Stammheim. Im Prozeß gegen die Rechtsanwälte Arndt Müller und Armin Newerla, die des teilweise »unwissentlichen« Waffentransports beschuldigt wurden, hat es Aussagen von mehr als dreißig Beamten gegeben, die diese Transporte in Zweifel zogen. Und alle, die Irmgard Möller länger kennen, wissen, daß sie nicht lügt. Ihre Erklärungen sind seit 30 Jahren in sich konsistent. Da gibt es keine Widersprüche.

Kein Frieden mit den Verhältnissen

Über den wahren Verlauf der Stammheimer Todesnacht wissen wir bis jetzt nichts. Aus Berichten der RAND-Corporation (einem neokonservativen Thinktank aus den USA) und der CIA ist bekannt, daß die RAF 1977 als eine der drei gefährlichsten Gruppen eingeschätzt wurde, und daß die Nachrichtendienste sich darin einig waren, das Problem der Guerilla mit der Liquidierung ihrer »Symbolfiguren« lösen zu können. Beamte des BND hatten freien Zugang zum Stammheimer Trakt. Es gab einen direkten Zugang von außen in den Trakt über ein abgesondertes, abgeschirmtes Treppenhaus. Einiges, was wir uns so vorstellen können, trägt die Handschrift des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, dessen Abteilungschef Gideon Mahanaimi 1986 zugab, »befreundeten Diensten« mit dem »Töten von Terroristenchefs« behilflich gewesen zu sein. Es ist auch bekannt, daß der BND dem Mossad in verschiedenen deutschen Gefängnissen Zugang zu palästinensischen Gefangenen verschafft hat, daß vom Mossad in Afrika und Lateinamerika ausgebildete Aufklärungsexperten Gefangene umgebracht haben und daß der Mossad als der kleinste Nachrichtendienst vergleichsweise die wenigsten Verratsfälle verzeichnet.8

Natürlich wissen wir nicht, wie die »Amtshilfe« genau ausgesehen hat, wer im Apparat tatsächlich davon gewußt oder wer davon nur Vermutungen gehabt hat. Der Countdown zur Todesnacht konnte genau verfolgt werden, als die psychologische Kriegführung gegen die Stammheimer Gefangenen hochgezogen wurde – nach den ersten Befreiungsversuchen in Stockholm 1975 und in Entebbe 1976. Aktionen der RAF würden »aus den Zellen gesteuert«, die RAF hätte Angriffe auf Kernkraftwerke und Kinderspielplätze geplant, der »Spuk« sei nur »mit neuen Mitteln« zu beseitigen. Gesetzliche und ungesetzliche Maßnahmen steigerten sich in der Eskalation der letzten drei Monate: ein als Provokation veranstalteter Überfall auf die Gefangenengruppe in Stammheim, die Beschlagnahme der Klageschrift an die Europäische Menschenrechtskommission, die Verhaftung der Rechtsanwälte und Komiteemitarbeiter, ein Bombenanschlag auf die Stuttgarter Anwaltskanzlei. Bei jedem Geschehen draußen wurden die Gefangenen wie Geiseln mit dem Entzug von Kontakten und Nachrichten bestraft, bis zur Zuspitzung in der »Kontaktsperre«, die ihnen den letzten Rest von Schutz entzog. Bekanntlich hat in der Todesnacht nicht einmal die Videoanlage im Flur des Stammheimer Hochsicherheitstrakts funktioniert.

Vor dreißig Jahren schrieb der Pflasterstrand noch unverhüllt: »Wir schrecken zurück vor der Mordthese, die – wie auch immer im Detail– eine verdammt ernste Konsequenz hätte.« und weiter: »Mord: das hieße, daß es in der BRD zumindest gegenüber bestimmten Gruppen offenen Faschismus gibt und das heißt, daß wir endgültig und absolut nicht so weiterleben können wie bisher.«9 Heute wird kaum noch etwas hinterfragt, wenn staatstragende »Sperrmüllproduzenten« (wie Peter Chotjewitz sie nennt) oder welche aus unseren früheren Zusammenhängen sich mit dem Kronzeugengelaber um »gesellschaftliche Anerkennung« bemühen. Für sie ist »Mord oder Selbstmord« tatsächlich zur »Glaubensfrage« geworden, weil ihr Bezug zur Geschichte der Frieden mit den bestehenden Verhältnissen geworden ist. Den Widerspruch zum Selbstmord versuchen sie noch mal mit dem wahnwitzigen Konstrukt einer behördlichen Komplizenschaft zu lösen – beim Selbstmord, versteht sich. Im großen Konzert sollen damit wieder rechtzeitig zum soundsovielsten Jahrestag gleich aus allem, was von den Gefangenen bekannt ist, »linke Legenden« gemacht werden, aus Lügen »Reue«, und aus denen, die weiterhin zu ihrer Geschichte stehen, »Hardliner«.

Anscheinend sollen damit auch die Stammheimer Gefangenen ein zweites Mal umgebracht werden, denn der »zweite Tod« im biblischen Sinne ist ja die endgültige Abweisung der Verdammten in die Hölle, weil sie sich geweigert haben, Reue zu zeigen. Für Dante war er der ehrenwerteste.

Fakt bleibt, daß das letzte Wort zu unserer Geschichte noch nicht gesprochen ist. Auch wenn so manche das nicht wahrhaben wollen.

1 Karl-Heinz Weidenhammer, Selbstmord oder Mord? Todesermittlungsverfahren Baader:Ensslin Raspe, Neuer Malik Verlag, Kiel 1988

2 Kriminaloberkommissar Günter Textor in der Frankfurter Rundschau, 27.10.1977 und 14.12.1977

3 Vgl. Oliver Tolmein, »RAF – Das war für uns Befreiung«; Ein Gespräch mit Irmgard Möller über bewaffneten Kampf, Knast und die Linke, Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2002

4 Vgl. Bericht der Internationalen Untersuchungskommission. Der Tod Ulrike Meinhofs, Reprint, Unrast Verlag, Münster 2007

5 Informationsdienst zur Verbreitung von unterbliebenen Nachrichten, 7.11.1979. Die deutsche Firma Orbitaltransport und Raketen AG erprobte Raketenantriebssysteme

6 Eine Sammlung aller RAF-Dokumente befindet sich im Internationalen Institut für Soziale Geschichte in Amsterdam. Die Sammlung wird demnächst auch digital zur Verfügung stehen. Die Website befindet sich derzeit in Bearbeitung: labourhistory.com/raf

7 Vgl. Reinhard Rauball, Die Baader-Meinhof Gruppe, Verlag Walter De Gruyter, Berlin 1973

8 Vgl. Le Soir, 13.1.1986, und Der Spiegel, 29.10.1979

9 Pflasterstrand, Dezember 1977


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Der Schmücker-Prozess war der längste Strafprozess der Bundesrepublik Deutschland. Er begann 1976 und endete nach 591 Verhandlungstagen und vier Verfahren 1991 mit der Einstellung des Strafverfahrens. Er gilt als Justizskandal, da das Verfahren vielfach manipuliert und vom Verfassungsschutz und mindestens zwei Staatsanwälten massiv behindert wurde.

Der Mord an Ulrich Schmücker konnte juristisch nicht aufgeklärt werden. Die Verantwortlichen für die Manipulationen wurden geheimdienstlich gedeckt, möglicherweise bis heute.


Ulrich Schmücker, der unter dem Decknamen „Kette“ mit Rühl alias Grünhagen in Verbindung bleiben wollte, kehrte als V-Mann unter falschem Namen in die linksterroristische Szene zurück. Auszüge aus dem Geständnis Schmückers gelangten jedoch ebenfalls in das Milieu. Schmücker wurde nach einiger Zeit von einem Mitbewohner enttarnt. Seine Lebensgefährtin brach sowohl die Beziehung als auch eine im fünften Monat befindliche Schwangerschaft ab. Obwohl Schmücker verzweifelt versuchte, sich zu rechtfertigen, wandten sich immer mehr Mitglieder der Szene von ihm ab. Auch von Grünhagen wurde Schmücker massiv bedroht, als er sein Geständnis widerrufen wollte.

Der ebenfalls mit Grünhagen in Kontakt stehende Verbindungsmann Götz Tilgener, der Schmücker bei der Rückkehr in das linksradikale Milieu unterstützte, überreichte ihm Ostern 1974 einen Fragebogen. Dies war mit Ilse Jandt abgesprochen. Darin nahm Schmücker Stellung zu seinem damaligen Geständnis und seinen Gesprächen mit dem Verfassungsschutz. Ihm wurde eröffnet, dass er eine Chance erhalte und sich in der IRA bewähren müsse. Die Beteiligten Tilgner, Jandt und Schmücker trafen sich in der Schänke „Tarantel“, in der der V-Mann des Verfassungsschutzes Volker Weingraber kellnerte.